Noir

| 27. Januar 2019 | 0 Comments

Noir vom amerikanischen Autor Christopher Moore ist ein satirischer Thriller, der in den 1940ern in San Francisco spielt. Alles beginnt damit, dass der Barkeeper Sammy eine geheimnisvolle Blondine trifft. Und schon wird er in allerlei merkwürdige Situationen verstrickt und steckt Hals über Kopf in Problemen. Es ist ein unterhaltsamer Roman Noir mit skurrilen Figuren und unterhaltsamen Wendungen.

Noir von Christopher Moore, Rechte bei Goldmann

Noir von Christopher Moore, Rechte bei Goldmann

Noir beginnt ein wenig wie eine Parodie auf einen klassischen Krimi Noir, doch bald wird es zu einer recht witzigen und vor allem skurrilen Geschichte, die mit einer Prise von Science Fiction gemixt wird. Gefallen hat mir auch wie Christopher Moore die Perspektive wechselt. Statt aus der Sicht von Sammy, werden einige Passagen aus der Sicht von Moo, dem chinesischen Freund von Sammy erzählt, was aber nicht unbedingt schmeichelhaft für Sammy ausfällt.

Die Geschichte wirkt vor allem zu Anfang recht unwillig und Sammys Geplänkel mit seinem Boss, sein etwas krudes Verhältnis zu einem kleinen Jungen, sowie dem oft ein wenig weitschweifendem Liebesgeplänkel mit seiner neuesten Flamme, trifft nicht immer den Punkt. Aber vor allem in der zweiten Hälfte nimmt die Handlung an Fahrt auf und viele nebensächlich erscheinenden Ereignisse, Nebensätze oder Dialoge erscheinen später in neuem Licht.

Noir spielt in San Francisco im Jahr 1947. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass eine rätselhafte, anmutige Blondine namens Stilton (ja, wie der Käse) in den verlotterten Laden kommt, in dem Sammy »Two Toes« Tiffin Gin ausschenkt. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick, aber bevor Sammy den ersten Schritt machen kann, betritt ein General der Air Force aus Roswell den Saloon. Er hat einen eiligen Auftrag, den Sammy nur widerwillig annimmt, denn eigentlich hat er ganz andere Dinge im Kopf. Doch als Stilton kurz darauf spurlos verschwindet, geht es ohnehin erst einmal nur noch um eines: Er muss seine Traumfrau retten und vielleicht auch noch ein kleines Alien.

Christopher Moore, geboren in Ohio, USA ist ein ehemalige Journalist und arbeitete bereits als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing Romane zu schreiben. Seine Bücher haben in Amerika längst Kultstatus und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt – nach eigenen Angaben – den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht keine gemeinen Menschen.

Bei dem 1922 gegründeten Verlag Goldmann handelt es sich nicht nur um einen der größten Taschenbuchverlage, sondern auch um einen der ältesten Publikumsverlage, mit einem auf Vielfalt und Qualität ausgelegten Buchprogramm, egal ob es sich um Krimis, Thriller, romantische Komödien, historische Romane oder Fantasy handelt, von deutschen oder auch internationale Autoren, von zeitgenössischen Schriftstellern oder ältere Werke. Noir erschien im Original unter dem Titel The Stand im Verlag William Morrow.

Fotos: © Charlee Moore / Goldmann
Noir von Christopher Moore ist seit Oktober 2018 bei Goldmann in der Übersetzung von Jörn Ingwersen als eBook, Hörbuch und Taschenbuch erhältlich.
77 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein witziges Buch voller schräger Figuren
das Buch selbst ist flott geschrieben
die Prise Science Fiction ist überraschend
der Wechsel des Erzählers ist gelungen
Negatives
die erste Hälfte ist schwächer
nicht jede Zeile trifft auf den Punkt
verliert sich leicht in Nebensächlichkeiten

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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