Njet!

| 10. September 2017 | 0 Comments

Njet! von Stefan Dorra ist nettes Stichspiel für 3 bis 5 Spieler, bei dem man als Besonderheit zunächst festlegt was überhaupt Trumpf ist, bevor es zum Stechen geht. Außerdem bestimmt man sogar wie viele Punkte ein Stich überhaupt wert ist.

Njet! Cover, Rechte bei iello

Njet! Cover, Rechte bei iello

Njet! ist schnell erklärt und wird flott gespielt, aber dadurch dass man zu Beginn einige Parameter festlegt, von weniger wichtigen wie die Entscheidung wer Startspieler ist, bis zu wichtigeren Entscheidungen wie was ist Trumpf und welche Farbe hat der Supertrumpf, wird viel Abwechslung geboten. Dabei kann das Kartenspiel nicht verleugnen dass es sich um ein Stichspiel handelt, wenngleich es ein durchaus innovatives Spiel ist. Das Design hat einen bisserl comicartigen Kalten-Krieg-Touch und das Njet bezieht sich vor allem darauf, dass man zu Beginn verschiedene Punkte wie Trumpf, Wertung etc. ausschließt.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Ziel des Spieles ist es die meisten Punkte er erhalten um zu gewinnen. Zu Beginn jeder Partie, nachdem die Spielkarten verteilt wurden, werden reihum fünf Parameter festgelegt: Startspieler, Anzahl der vor Beginn abzulegenden Karten, Farbe des Trumpfs, ob es einen Supertrumpf gibt und welche Farbe er hat und Wert des Stichs. Festgelegt wird es dadurch, dass jeder Spieler einen Marker verwenden darf, um einen Parameter auszuschließen, so lange bis nur mehr ein Punkt jeweils offen geblieben ist.

Die Runde verläuft danach recht klassisch. Der Startspieler gibt die Farbe vor, die man zulegen muss. Ein höherer Wert sticht den niedrigeren, der Trumpf sticht und wird nur vom Supertrumpf, der in Form von 3 Karten mit dem Wert 1 der jeweiligen Farbe vorhanden ist, gestochen. Wobei die Farbe des Supertrumpfs sich von der Farbe des Trumpfs unterscheiden kann. Am Ende erhält man pro Stich die vorher festgelegte Anzahl von Punkten, sogar Minus Punkte sind möglich.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass man in Teams spielt und jedes Teammitglied die Summe der Punkte des Teams erhält. Aber die Teams selbst setzen sich in jeder Runde neu zusammen. Das macht das Spiel noch eine Spur taktischer. Außerdem funktioniert es auch in ungeraden Zusammensetzung sehr gut, da das kleinere Team einen Marker bekommt, der bei einem der Mitglieder dessen Punkte verdoppelt. Durch taktisches Agieren hat bei unseren Testspielen eine Spielerin gewonnen, welche im gesamten Spiel nur 2 Stiche gemacht hat. Aber sie war jedes Mal im Siegerteam dabei und es werden ja nur die Teampunkte gerechnet.

Njet! wurde von Stefan Dorra entwickelt und der deutsche Spieleautor arbeitet, nicht in diesem Fall aber sehr oft, mit dem österreichischen Spieleautor Manfred Reindl zusammen. So entstanden fast ein Dutzend Kinder- und Familienspiele, wie auch das Kinderspiel Zieh Leine, Flynn.

Njet! ist bei Iello im Jänner 2017 erschienen. Wir haben bei unserem Test mit 5 Spielern ungefähr 20 bis 30 Minuten pro Partie benötigt, exkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die verschiedenen Regeln ändern sich von Runde zu Runde
durch die Verrechnung der Teampunkte wird es etwas taktischer
das comicartige Design ist durchaus witzig gelungen
Negatives
das Stichspiel folgt recht einfachen Regeln
es werden fast immer die selben Parameter festgelegt

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Category: Brettspiele, Kartenspiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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