Mystery Express

| 23. Februar 2013 | 2 Comments

Während der Zugreise mit dem berühmten Orientexpress geschieht ein Mord. Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines Detektivs und versuchen den Mord aufzuklären, bevor sie Istanbul erreichen. Das Spiel bringt die kleinen grauen Zellen auf Hochtouren.

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Mystery Express, Rechte beim Verlag

Mystery Express ist ein wirklich spannendes Spiel, das wesentlich taktischer ist, als es zunächst zu vermuten wäre. Es geht nicht nur darum, die Antwort auf die Frage nach Motiv, Tatzeit, Tatort, Tathergang und Verdächtigem zu finden, sondern auch zu schauen für welche Themen sich die Mitspieler interessieren. Durch das geschickte Ausspielen von Karten und Aktionen kann man nicht nur selbst den Mörder suchen, sondern die Suche der Mitspieler auch erschweren. Als praktisch hat sich erwiesen, dass man seine Handkarten gleich vor einem ablegt, damit man sieht, welche Farbe jeder gerade auf seiner Hand hat. Die Frage nach der Uhrzeit des Mordes ist elegant gelöst, hat mich aber ziemlich überfordert. Da hatte aber auch nur eine Spielerin die richtige Antwort und das ungeraten.

Der französischer Spieleautor Serge Laget, in Österreich bekannt geworden durch die Entwicklung von anspruchsvollen Spielen wie Schatten über Camelot oder Cargo Noir, hat gemeinsam mit seinem Landsmann Antoine Bauza, bekannt durch 7 Wonders, den Mystery Express entwickelt. Dem Künstler Julien Delval gelang es dem Spiel die gelungen Atmosphäre eines britischen Krimis zu geben und man fühlt sich als Spieler gleich in der Rolle eines Agatha Christie Krimis versetzt. Der Verlag Days of Wonder, bei dem die deutschsprachige Ausgabe erscheint, ist bekannt durch seine liebvolle Gestaltung von Brettspielen mit komplexen Spielverhalten aber mit überschaubaren Spielzeiten.

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Mystery Express, Rechte beim Verlag

Nun zum Spielhergang. Aus dem Stapel Verbrechenkarten, bestehend aus jeweils 5x Motiv, Verdächtiger, Tatort und Tathergang wird das Verbrechen gezogen und diese 4 Karten werden gesondert abgelegt. Da es jetzt, bis auf den abgelegten Mord von jeder Karte zwei identische Exemplare gibt, können die Spieler mittels Deduktion herausfinden, was nicht als Mord in Frage kommt. Gibt es im Spiel also z.B. noch zwei Mal den Tatort Raucherwagen, so kommt dieser nicht als Tatort in Frage. Diese restlichen Karten werden gemischt und größtenteils an die Spieler verteilt. Während der Reise haben die Spieler nun Zeit in den verschiedenen Abteils verschiedene Aktionen durchzuführen um dem Mörder näher zu kommen. Doch dabei muss man geschickt agieren und darf die Karten der Spieler nicht aus den Augen lassen, damit man, bevor der Zug Istanbul erreicht, den Mörder entlarven kann.

Die Ausstattung des Spiels ist äußerst schick und bietet britisches Krimiflair. Der Spielinhalt besteht aus 5 Spielfiguren mit Ablageplättchen und Umschlägen für den Ermittlungsbogen, 1 Schaffner, Zug, Pfeife, Reisetasche, 72 Verbrechenskarten (Tatort, Motiv, Zeit, Verdächtige, Tathergang) und einem Spielbrett.

Mystery Express von Days of Wonder erscheint am 8. Februar 2010 und wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern inkl. dem Lesen der Anleitung ca. 75 Minuten für eine Partie gebraucht.
79 von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
detektivisches Game
Krimiflair
liebevoll gestaltet
schnell zu erlernen
taktisch anspruchsvoll
spannend bis zum Schluss
Negatives
kein eigenes Feld für Ablagestapel
Markierungsmarker für bereits abgehandelte Aktionen wäre praktisch

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (2)

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  1. avatar Barbara sagt:

    Ich mag so Krimispiele, dachte zwar kaum möglich, aber besser als Cluedo, obwohl Cluedo immer eines meiner Lieblingsspiele war und auch sehr gut

  2. avatar Marci sagt:

    Wie fast jedes Days of Wonder Spiele ist es wirklich bezaubernd gemacht und macht viel Spaß!

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