Metro Exodus

| 15. Februar 2019 | 0 Comments

Ich pirsche mich durch die nächtliche Ödnis und sehe das Lager der Banditen vor mir. Ob die Wahl der Nacht für meinen Überfall eine kluge Entscheidung war, werde ich erst noch herausfinden müssen. Die Banditen sehen mich nicht, aber es schleichen verdammt viel Kreaturen hier herum. Den ersten Banditen schalte ich mit Schalldämpfer aus, die nächsten beiden mit dem Messer. Wir haben es gespielt.

Metro Exodus, Rechte bei Deep Silver

Metro Exodus, Rechte bei Deep Silver

Metro Exodus ist das Äquivalent eines Roadmovies in einer postapokalyptischen Welt, aber auch hier ist es mehr als nur eine Reise, es ist auch die Suche nach Freiheit und Identität. Und diese ist tatsächlich in Gefahr, müssen Artjom und seine Frau Anna doch aus der Metro fliehen, in ein verstrahltes Ödland. Es mag keine postapokalyptische Traumreise sein, aber auf jeden Fall ist es ein spannendes und lohnenswertes postapokalyptisches Abenteuer. Die Flucht mit der Dampflok Aurora ist ein gelungener Kniff, um die Geschichte aus der Bunkerwelt der Moskauer U-Bahnenlinien herauszuholen. Teile der Hintergrundgeschichte wurden dabei dem Roman Metro 2035 entlehnt. Es folgt ein großes Abenteuer, wenngleich der dramaturgische Aufbau eher Action-Adventures der alten Konsolen folgt. Das Game bietet große Levels, die viel Raum für Erkundungen, aber auch viele Optionen bieten, um zu sterben. Besonders gelungen finde ich, dass sich die Geschichte durch verschiedene Jahreszeiten erstreckt.

Es werden viele kleine Geschichten erzählt und man trifft verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Motivationen und Bedürfnissen, was sich zum Teil in den recht gelungenen Nebenmissionen niederschlägt. Auch die Mitreisenden von Artjom wachsen einem ans Herz und es gibt einige emotionale Szenen. Metro Exodus bietet eine Welt voller kleiner grafischer Details. Die Räumlichkeiten und Ruinen sind zum Teil regelrecht vollgestopft mit Gegenständen, Objekten und Leichen. Auch die Landschaft ist wirklich gelungen und eine Reise wert, nur die Bewegungen der einzelnen Figuren wirken ein wenig hölzern und erinnern ein wenig an Marionetten.

Ein wenig schade ist auch, dass Artjom selbst stumm bleibt. Er erzählt von seiner Reise während des Ladebildschirms, aber führt keine Gespräche. Er lauscht den Monologen der anderen, deren Stimmen wirklich gut besetzt sind. Das gesamte Game wurde lokalisiert und auch der Sound ist stimmungsvoll und trägt zur Atmosphäre bei. Und auch wenn das Game abseits der etwas klaustrophobischen Metro kein klassisches Survival Horror Game mehr ist, lauert der Tod doch allgegenwärtig auf den Gamer. Der Sound tut das seinige dazu und verschiedene Bunkerlevel spielen nicht nur mit den Nerven des Gamers, sondern leider auch mit der Orientierung. Man verliert öfters mal den Überblick und weiß nicht so recht wie es weitergehen soll.

Metro Exodus spielt ein Vierteljahrhundert nach der nuklearen Vernichtung der Welt. Einige tausend Überlebende klammern sich in den Metro-Tunneln der Ruinen Moskaus an ihre Existenz. Sie haben sich gegen die vergiftete Umwelt behauptet, Mutanten bekämpft, paranormalen Horror überstanden und in den Flammen eines Bürgerkrieges gebrannt. Jetzt liegt es am Gamer, in der Rolle von Artjom, eine Gruppe Spartaner Rangers auf ihrer Suche nach einem sicheren Lebensraum durch die Weiten des postapokalyptischen Russland gegen Osten zu führen. Sie erforschen die russische Wildnis in einer Story, die alle Jahreszeiten, von Frühling über Sommer und Herbst bis zum nuklearen Winter, umspannt. Es ist eine Story voller Leid, Dramatik und Glück.

Metro Exodus basiert, wie auch die ersten beiden Games, Metro 2033 und Metro: Last Light auf dem Roman des russischen Schriftstellers Dmitri Glukhovski. In diesem Artikel könnt mehr über das Buch erfahren.

Metro Exodus bietet ein klassisches Ego Shooter Gameplay. Es gibt einige Waffen zur Auswahl und man besitzt verschiedene Ausrüstung, die man nach und nach verbessern kann und ständig reinigen und reparieren muss. Man sammelt Materialien, was zum Glück recht übersichtlich bleibt und kann damit Munition, aber auch Verbandszeug, Filter und ähnliches mehr herstellen. Gelungen ist auch, dass man die Waffen zerlegen kann und das gewonne Equipment bei den eigenen Waffen anbauen kann. Weniger gelungen ist dabei die KI der Gegner, denn man wird öfters überrannt, aber ihr Verhalten ist oft merkwürdig.

Der russische Journalist Dmitri Alexejewitsch Gluchowski hat mit Metro 2033 sein Erstlingswerk geschrieben und damit gleich ein ganzes Universum, dem viele weitere Romane von verschiedenen Autoren gefolgt sind. Er selbst hat seine Trilogie mit Metro 2035 abgeschlossen. Es gibt auch eine Videogame-Reihe von Deep Silver, außerdem ist eine Verfilmung seines Romans ist im Gespräch.

Metro Exodus, ein postapokalyptischer Ego-Shooter, wurde, wie die gesamte Metro-Reihe von 4A Games entwickelt, als Publisher ist Deep Silver mit an Bord. Das ukrainischen Entwicklerstudios 4A Games ist ein recht junges ukrainisches Entwicklerstudio, welches von Oles Shyskovtsov and Oleksandr Maksymchuk im Jahr 2006 gegründet wurde. Ihr erstes Game war Metro 2033, nach Metro: Last Light folgte jetzt Metro Exodus. Der Publisher Deep Silver ist ein Tochterunternehmen und Computerspiellabel des deutsch-österreichischen Medienkonzerns Koch Media, gegründet im Jahr 2002. Deep Silver produziert, vermarktet und vertreibt Computer- und Videogames für die unterschiedlichsten Plattformen.

Wir haben Metro Exodus auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet. Das Game von Deep Silver ist ab 15. Februar 2019 für Xbox One, PlayStation 4 und Windows PC erhältlich.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine spannende und abwechslungsreiche Story
die Levels bieten viel Raum zur Erkundung
der Bau und Umbau der Waffen ist sehr gelungen
die Welt steckt voller grafischer Details
Stealth ist eine echte Option in diesem Game
Negatives
noch ein paar technische Kinderkrankheiten
man verliert öfters die Orientierung
die KI der Gegner ist schlecht

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Category: Games, Xbox One

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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