Massive Darkness

| 24. Juni 2018 | 1 Comment

Ein neuer Krieg steht bevor, denn das Böse sinnt seit vielen Jahren mit seinen Schergen auf Rache und es scheint nun die Zeit dafür gekommen zu sein. Sie die Artefakte der Lichtbringer gestohlen und verstecken sich in Höhlen. Doch sie verlassenen auch Katakomben, um Bündnisse mit schrecklichen Kreaturen aus der Tiefe zu schmieden. Es ist also an der Zeit das Erbe der Lichtbringer anzutreten und sich der Dunkelheit zu stellen.

Massive Darkness - Cover

Massive Darkness – Cover, Rechte bei Asmodee

Massive Darkness ist ein kooperatives Spiel. Eine Gruppe von bis zu 6 Helden tritt zusammen, um gemeinsam gegen das Böse anzutreten und in 10 Quests die Saga zu erleben. Dabei werden die Quests immer schwieriger, die Monster immer härter, aber man selbst kann mit seinem Helden ebenfalls aufsteigen und besser werden, bis man schließlich auf den größten Feind der Lichtbringer trifft und ein letzter Kampf bevorsteht.

Vor den Quests gibt es ein Tutorial, das es auf jeden Fall wert ist durchgespielt zu werden, alleine, damit man sich mit den Spielmechaniken besser vertraut macht und auskennt, bevor man so richtig loslegt. Bei unserem Test haben wir zu zweit das Tutorial ausprobiert, um ein paar Tage später mit der 1. Quest zu fünft loszulegen. Dadurch konnten wir die Regeln besser und vor allem auch kürzer erklären und schneller mit den Spielen loslegen. Auch die ein oder andere Regelfrage, die im Tutorial aufgetaucht ist, hatten wir da dann schon geklärt.

Im Prinzip ist das Spielprinzip recht einfach und gut strukturiert, es dauert aber ein bisschen, um sich in die Regeln einzulesen und wie oft bei Brettspielen, wird einem erst beim Spielen so richtig bewusst, was gewisse Formulierungen bedeuten.

Zunächst wird die Quest gewählt, die Kartenteile und Marker entsprechend der Anleitung ausgelegt. Dann legt man die Karten bereit, nimmt sich seinen Helden und seine Ausrüstung. Außerdem wird der Lebensbringer gut sichtbar platziert, denn hier ist zu sehen, wie oft noch tote Helden wiederbelebt werden können. Dann werden die Helden in der Startzone platziert, der Startspieler bestimmt und los geht es.

Grundsätzlich teilt sich eine Spielrunde in 5 Phasen, die nacheinander abgehandelt werden. Zunächst beginnt man mit der Heldenphase, in der man sich, wenn man 1 Aktion dafür ausgibt, mit 2 Bewegungspunkten bewegen, Türen öffnen, oder Marker einsammeln kann. Oder man nützt seine 3 Aktionen fürs Kämpfen, Umsortieren, Aufrappeln oder für ein Klassenmanöver, das auf der Karte des jeweiligen Helden angegeben ist. Danach setzten die angegriffenen Monster zum Gegenangriff an. Diese Phase durchlebt jeder Held hintereinander ein Mal, bevor die Gegnerphase startet, in der Gegner näher kommen und angreifen, wobei immer wieder geprüft wird wohin sich die Monster bewegen, was abhängig von Sicht und Angriffsart der Monster ist.
Anschließend kommen die kürzeren 3 Phasen, nämlich die Aufstiegsphase, die Ereignisphase und die Endphase.

Interessant ist die Aufteilung in Schatten- und Lichtorten, wobei es im Schatten einige Vorteile gibt. So kann man seine Schattenmodus-Spezialfertigkeit einsetzen und man ist auch besser vor Monstern geschützt, sofern man sich nicht in ihrer Sichtlinie befindet. Die Würfel sind farblich gut voneinander zu unterscheiden und sehr selbsterklärend. Auch das restliche Spielmaterial ist gut und durchaus qualitativ gemacht. Etwas nervig fand ich nur die Aufbewahrungsmöglichkeit für die Karten, denn die Form ist zu wenig tief, um wirklich alle Karten gut aufzubewahren. Einige Karten fliegen immer lose umher. Das Spielmaterial ist recht umfangreich und die Schachtel dementsprechend auch relativ hoch.

Massive Darkness - Spielmaterial

Massive Darkness – Spielmaterial, Rechte bei Asmodee

Wir haben bei unserem Test sowohl den Modus ausprobiert, in dem man in jeder Quest schnell steigt, aber von Quest zu Quest immer von neuem anfangen muss, als auch den Kampagnenmodus, in dem die Steigerung wesentlich langsamer, dafür nachhaltig von statten geht. Uns hat zweiterer besser gefallen, weil es schon schön ist, wenn man seine bereits errungenen Fertigkeiten behalten kann, aber im Prinzip kann man das gruppenintern gut entscheiden. Der Nachteil beim Kampagnenmodus ist, dass die späteren Quests schon auf einer höheren Schwierigkeit beginnen, da man bereits eine höhere Stufe hat. Allerdings hat man da auch als Helden bereits einige coole Fähigkeiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man im Kampagnenmodus ein paar seiner gefundenen Gegenstände behalten kann, oder dass man am Marktplatz Handel betreiben kann. Das nimmt aber natürlich auch etwas Zeit in Anspruch, da jeder Spieler wissen möchte, was so ausliegt.

Das Spiel ist recht spannend gemacht und man hat sich doch einiges dabei gedacht. Es ist nicht nötig immer alle Monster zu töten und am Anfang kommt man sich durch die Anzahl erschlagen vor, doch die Helden sind durchaus fähig auch mehrerer Monster in einer Runde zu töten und so stellt sich Zuversicht ein. Es gibt aber natürlich auch einige harte Brocken. Wichtig ist es als Gruppe taktisch vorzugehen und sich abzusprechen, was man macht und riskiert. Sollten die Spieler eigensinnig agieren, wird es wesentlich schwieriger die Quests erfolgreich zu bestehen. Uns hat das Spiel gut gefallen und wir fanden, dass es sehr gut die Spannung aufbaut. Auch die Spielanleitung ist gut geschrieben. Man sollte sich nicht durch die Länge und Ausführlichkeit abschrecken lassen.

Massive Darkness wurde von Raphael Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult geschrieben. Die durchaus gelungenen, wenngleich teilweise etwas verwaschenen und eckigen Illustrationen stammen von Edouard Guiton, Antonio Mainez, Nicolas Fructus, Eric Nouhaut, Mathieu Chow Cheuk und Giovanna Guimaraes. Die Hintergrundwelt stammt von Bryan Steele.

Massive Darkness, ursprünglich von CMON, früher als CoolMiniOrNot bekannt, erschien im Dezember 2017 beim Spieleverlag Asmodee. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern für unsere Partien ungefähr 2 bis 3 Stunden benötigt, exkl. Aufbau und Regel durchgehen
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
durchdachte Spielmechanik
zwei unterschiedliche Modi, für unterschiedliche Spielweisen
Spannung wird gut aufgebaut
ziemlich unterschiedlich kräftige Monster
Spielanleitung erklärt gut und hat eine gute Übersicht
Licht/Schatten eine nette Idee
Negatives
lange Spielanleitung ist für manche abschreckend
Kartenaufbewahrung hätte besser gestaltet sein können
Spiellänge durch Diskussionen und Entscheidungen schwierig abzuschätzen
man kann nur wenige Gegenstände in die nächste Quest mitnehmen
es fehlt ein wenig die Story, vor allem Dungeoncrawling

Tags: , , , , , , , , , , , , , ,

Category: Brettspiele, Spiele

avatar

About the Author ()

Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.