Knoi

| 27. Februar 2014 | 0 Comments

Kleine und große Gefühle, kleine und große Katastrophen. Ein Beziehungsroman und auch ein bisschen ein Kriminalroman mit Humor, Spannung und Abgründen. Mit Menschen, die auf der Suche sind und sich doch nie finden werden.

 

Knoi Buchcover. Rechte bei Jung und Jung.

Knoi Buchcover. Rechte bei Jung und Jung.

David Schalko, österreichischer Drehbuchautor und Schriftsteller, vor allem für seinen Fernsehfilm „Aufschneider“ und die Serie „Braunschlag“ bekannt, legt mit „Knoi“ hier seinen dritten Roman vor.
Alles beginnt mit einer riskanten Autofahrt auf dem Weg zu einem Pflichtbesuch bei Freunden. Jakob alias Knoi schreibt Reiseführer, verreist aber nicht. Sein derzeitiges Projekt ist ein Reiseführer für RollstuhlfahrerInnen. Ganz geht es aber damit nicht voran, so wie in seinem ganzen Leben. Er ist mit Jennifer zusammen, einer echten Rollstuhlfahrerin, was Ergebnis eines Mopedunfalls mit Jakob war, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Sie ist gegen Jakobs unsinniges Projekt, wechselt gerne ihre Namen und bei den anderen Unfällen in ihrem Leben sind immer die anderen zu Schaden gekommen. Jakob versteht sich gut mit seiner Verflossenen, Rita, dann gibt es da auch noch Lutz, ihren Mann und Max, der sich den Namen Knoi für Jakob ausgedacht hat. Auch für Jennifer, Rita und Lutz hat er sich neue überlegt. Außerdem hat er einen unsichtbaren Hund. Jakob ist die Hauptperson des Romans, seine Eltern schütteln über ihn nur den Kopf, wie sie es immer getan haben. Jennifer beginnt eine merkwürdige Affäre mit Lutz, die weitreichende Folgen hat. Dieser kurze Einstieg kann dem Roman nicht ganz gerecht werden, und ist auch nicht das wichtigste an ihm. Auch gibt es da noch Rohrbach, ein Dorf, aus dem es angeblich kaum ein Entkommen gibt. Es gibt aber natürlich Präzedenzfälle, wie eine relativ psychotische Psychotherapeutin und mit dem Staubsauger gemalte Muster in der Asche eines Toten.

Der Stil ist temporeich, fast atemlos. Es gibt kurze, aneinandergereihte Sätze, die zum schnellen Lesen animieren, dann hin und wieder etwas längere, die wieder Zeit zum Atem holen lassen. Schalkos Sprache liest sich nicht nur rasant und unterhaltsam, sondern hört sich auch gut beim laut Lesen an, beinahe poetisch.
Folgen konnte ich der Handlung nicht immer, der Autor springt immer mal wieder, ohne Absatz und ohne Hinweis, in der Zeit oder zum Erleben einer anderen Person. Auch die Dialoge sind teilweise unübersichtlich, aber beim noch einmal kurz zurückgehen und noch einmal lesen wird dann vieles klarer.
Knoi ist, wenn er einen erst einmal gepackt hat, schnell ausgelesen und voller Überraschungen, Abgründen und wunderlicher Begebenheiten. Das Buch ist voller Realismus und gleichzeitig dann wieder nicht. Es ist einfach etwas schwer zu fassen, also selber lesen!

Der Roman Knoi mit 271 Seiten ist bereits im Verlag Jung und Jung erschienen.

Bewertung

PositivesNegatives

  • Humor
  • interessante Charaktere
  • sprachlich schön und auch originell

  • kann Logik der Handlung nicht immer folgen

Rating
78%

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Category: Bücher

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About the Author ()

Kulturell interessiert an Film, Theaterbesuchen und ähnlichem. Sollte ein Stummfilm mit Musikbegleitung aufgeführt werden, bin ich wahrscheinlich dort! Ansonsten halte ich mich mit Lesen, Brettspielen und Pen&Paper Rollenspielen bei Laune. Freu mich schon in einigen Rubriken hier etwas beizusteuern und auf die Rückmeldungen unserer Leserinnen und Leser!

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