Iron Kingdoms – Die Unterstadt

| 14. August 2016 | 0 Comments

Iron Kingdoms – Die Unterstadt von Ulisses Spiele und dem Heidelberger Spieleverlag ist die Umsetzung des bekannten Steam Punk Fantasy Rollenspiels, welches auf dem Tabletop Warmachine basiert, als Dungeoncrawler Brettspiel. Eine vierköpfige Abenteurergruppe begibt sich in die Unterstadt von Corvis um einer Verschwörung auf die Spur zu kommen.

Brettspielschachtel - Iron Kingdoms - Die Unterstadt, Rechte bei Ulisses Spiele, Heidelberger Spieleverlag

Iron Kingdoms – Die Unterstadt, Rechte bei Ulisses Spiele, Heidelberger Spieleverlag

Iron Kingdoms – Die Unterstadt ist ein klassischer Dungeoncrawler, welcher nicht so überfrachtet ist wie manch anderer Vertreter seiner Art. Auch der Schwierigkeistgrad ist durchaus gering, wohl aber noch immer fordernd. Weniger gelungen ist die grafische Aufmachung, denn das Spielbrett selbst ist grau und man baut vor allem Wände auf, da wäre ein wenig mehr an grafischer Abwechslung nett gewesen. Allerdings hat das auch den Vorteil dass man mit recht wenigen Teilen auskommt und so nicht lange suchen muss bevor man die nächste Szene aufbaut. Sehr gelungen sind die biegsamen und doch qualitativ hochwertigen Figuren.

Iron Kingdoms – Die Unterstadt handelt vom Bösen, welches unter der Stadt Corvis lauert. Überfordert von der um sich greifenden Korruption wendet sich die unterbesetzte Stadtwache verzweifelt an eine Söldnerkompanie, um den grassierenden Schmuggel und seltsamen Entführungen zu untersuchen. Doch im Untergrund, unter den rußbedeckten Straßen der Großstadt nimmt ein finsterer Plan seinen Lauf, der noch viel größer und gefährlicher ist, als sich irgendjemand auch nur hätte vorstellen können.

Man wählt zu Beginn des Abenteuers einen der Charaktere und baut das Szenario der Kampagne auf. Für jede Kamapgne gibt es Ziele, die es zu erreichen gilt und in manchen Fällen auch Sonderregeln. Nach dem Aufbau gibt es einen Startpunkt wo die Figuren aufgestellt werden. Zu Beginn jeder Runde wird eine Ereigniskarte gezogen und reihum kommt dann jeder Spieler an die Reihe seinen Zug zu machen.

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Ein Spielerzug besteht aus drei Phasen:

1. Aufstellungsphase – Würfle, um einen Schurken auf der Karte aufzustellen. Die Würfel entscheiden dabei die Art der Schurken und wo sie auftauchen.

2. Handlungsphase – Bewege deinen Charakter, führe Aktionen aus und ziehe eine Talentkarte. Man bewegt sich um 1 Feld oder bei einem Ansturm um 2 Felder, oder man bleibt stehen um zielen zu können, was wiederum den Wurf verstärkt.

3. Schurkenphase – Ziehe eine Schurkenaktionskarte, um einen oder mehrere Schurken zu aktivieren. Auf den Schurkenkarten sind immer drei Taktiken angeführt, sobald die erste Taktik ein gültiges Ziel hat wird sie durchgeführt. Sollte es mehrere gültige Ziele geben, findet sich auf jeder Schurkenkarte eine Zielpriorität, die man anwenden kann. Das ist ein durchaus nettes System.

Die Kämpfe sind recht einfach, man entscheidet sich ob man mit seinen Fern- oder mit seinen Nahkampfangeriffen angreift. Man wirft 2W6 und addiert seine Genauigkeit hinzu, konnte man seinen Wurf verstärken wirft man sogar 3W6. Wenn man damit über die Abwehr des Ziels gelangt, wirft man 2W6 und addiert die Kraft dazu. Kommt man damit über die Panzerung, hat man eine Wunde geschlagen und das Ziel verliert einen Vitalitätspunkt. Da die meisten Schurken nur über einen Vitalitätspunkt verfügen hat man gesiegt.

Gelungen sind auch die unterschiedlichen Nebenquests, die über mehrere Szenarien hinweg gespielt werden und dem Brettspiel einen ganz eigenen, sehr abenteuerlichen Touch geben. Doch man muss durchaus den Überblick behalten, denn sind die Helden besiegt oder gehen ihnen die Ereigniskarten aus, so haben sie verloren. Und da jede Runde neue Schurken auftauchen, werden sie auch über kurz oder lang ziemlich überrannt. Hilfreich sind dabei die Talente, welche man zufällig zieht und jede Runde um eine Karte erneuert, welche unterschiedliche Boni gewähren. Später kann man auch mit den Erfahrungspunkten verschiedene Fähigkeiten kaufen, welche den Charakter verbessern.

Bei unserem Spiel mit vier Helden haben wir festgestellt, dass dieses Spiel wirklich guter Kooperation bedarf, damit man gut vorankommt. Aus Panik vor den vielen Gegnern und dass wir womöglich verlieren könnten, haben wir in der ersten Mission gleich mal die Nebenmission links liegen gelassen. Im Nachhinein betrachtet wäre das nicht unbedingt notwendig gewesen und man kann durch Nebenmissionen auch an sehr nützliche Gegenstände oder Werkzeuge gelangen, allerdings ist es auch nicht zu unterschätzen, wie lange Wege dauern, ist die Bewegung der Charaktere doch recht eingeschränkt. Gut ist auch dass die Bossmonster deutlich als solche zu erkennen sind, auch in ihren Fähigkeiten und Kräften. Sie sind wesenltich härter als die Monster, die jede Runde aufs Feld kommen und man hat durchaus Respekt vor ihnen.

Es hat also durchaus Spaß gemacht der Unterstadt zu helfen, wobei man sagen kann, dass sie sich recht gut für Neulinge in diesem Genre eignet. Die Missionen sind relativ übersichtlich, es gibt nicht zu viel Material, das überfordern könnte und das Spiel verzeiht auch den einen oder anderen Fehler. Für begeisterte Spieler von ähnlichen Brettspielen könnte Iron Kingdoms – Die Unterstadt zu wenig Herausforderung bieten und recht einfach wirken. Speziell in diesem Spiel sind die Charaktere, die wirklich liebevoll gestaltet, sehr unterschiedlich, aber auch sehr ausgeglichen sind und äußerst liebenswert. So ist es auch für Jugendliche ganz gut geeignet, die in diese Welt eintauchen möchten, denn das Spiel ist, wie auch angegeben für Spieler ab 14 Jahre geeignet.

Als Spielmaterial gibt es den Kampagnenführer mit 7 Abenteuer, die zusammen eine interessante Geschichte bieten, 44 Plastikminiaturen in unterschiedlichen Farben, 4 Heldencharakterbögen, 203 Karten, 202 Marker und Spielsteine, 8 Würfel, 16 Kartensegmente, einen Schurkenreferenzbogen und ein Regelheft.

Iron Kingdoms – Die Unterstadt von Ulisses Spiele und vom Heidelberger Spieleverlag ist ab Oktober 2015 erhältlich. Wir haben bei unserem Spiel für die Szenarien jeweils ca. 75 bis 100 Minuten gebraucht.
80% / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
netter, nicht von Regeln überfrachteter Dungeoncrawler
szenarioübergreifende Nebenquest sind wirklich gelungen
Szenarien bleiben recht übersichtlich und gut erklärt
die Figuren sind sehr detailreich gestaltet
Negatives
grafisch ist das Brettspiel recht langweilig geraten
Ablauf der Schurken zu Beginn ein wenig kompliziert
das Brettspiel hätte mehr Abwechslung vertragen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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