Ich und Kaminski

| 24. März 2016 | 0 Comments

Ich und Kaminski von Regisseur Wolfgang Becker, nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann, ist eine Satire welche die Eitelkeiten und die Selbstdarstellung der Kunstwelt offen legt. Daniel Brühl überzeugt als völlig selbstbezogener Kunstkritiker Sebastian Zöllner welcher den großen Reibach wittert, wenn er nach Kaminskis Tod die aufflammende Aufmerksamkeit für den ehemals berühmten Maler sich zunutze machen kann.

DVD Cover - Ich und Kaminski, Rechte bei Warner Home Video

Ich und Kaminski, Rechte bei Warner Home Video

Ich und Kaminski ist fast ein Kammerspiel zwischen Zöllner und Kaminski, welche sich gegenseitig zu manipulieren versuchen. Der Film ist durchaus eine gelungene Literaturverfilmung, wenngleich Kaminski weniger manipulierend rüberkommt als in der Buchvorlage. Der Film ist handwerklich gut gemacht und hat seine großen Momente, aber gerade in der Mitte auch einige Längen. Insgesamt wird vor allem Kaminski schwächer dargestellt und der Fokus liegt eindeutig auf Sebastian Zöllner, welcher vor nichts zurückschreckt um dem alten Maler seine Geheimnisse und Bekenntnisse zu entreissen.

Ich und Kaminski handelt von Sebastian Zöllner (Daniel Brühl), Kunstjournalist und Meister der Selbstüberschätzung, welcher seinen großen Coup plant: ein Enthüllungsbuch über den legendären, aber fast vergessenen Maler Manuel Kaminski (Jesper Christensen), Schüler von Matisse und Freund von Picasso, der einst als „blinder Maler“ Berühmtheit erlangte. Der skrupellose und ehrgeizige Karrierist macht sich auf den Weg zu dem entlegenen Chalet hoch oben in den Alpen, wo der greise Künstler zurückgezogen und von Vertrauten abgeschirmt lebt. Er dringt in Kaminskis Haus, Leben und Vergangenheit ein und nimmt ihn kurzerhand mit auf eine halsbrecherische und irrwitzige Reise zu dessen tot geglaubter Jugendliebe. Unterwegs will er ihm mit List und Dreistigkeit seine Geheimnisse entlocken. Aber bald muss er feststellen dass er dem Alten, ob blind oder nicht, in keiner Weise gewachsen ist.

Ich und Kaminski wird mit einem sehr sauberen Bild im Format: 16:9 (1.85:1) geboten. Der Ton wird auf Deutsch in Dolby Digital 5.1 präsentiert, es gibt eine Audiodeskription für Blinde. Unter den Extras findet sich neben dem obligatorischen Trailer auch zwei interessante Featurettes:

  • Die Bässe lügen nie (Musikspecial) – Die Aufnahmen der Filmmusik mit Komponist Lorenz Dangel
  • The Real Kaminski (Kunstspecial) – Manfred Gruber malt Kaminskis Kunst

Daniel Brühl wurde mit dem Film Good Bye, Lenin!, bei dem ebenfalls Wolfgang Becker Regie führte, international bekannt. Seitdem hat er in vielen internationalen Filmen, aber auch immer wieder in Indepenten Produktionen mitgespielt.

Ich und Kaminski von Warner Home Video ist ab 17. März 2016 mit FSK 16 auf DVD und blu-ray verfügbar. Wir haben die DVD auf der Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
78% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
gelungene Literaturverfilmung durch Regisseur Wolfgang Becker
Daniel Brühl überzeugt als egozentrischer Kunstkritiker
entlarvt die Eitelkeit des Kunstbetriebes
Negatives
in der Mitte einige Längen
Kaminski nicht so manipulativ wie in der Buchvorlage

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Category: Filme

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Ich liebe Theater und Kinofilme schon seit ich ein kleiner Junge war. Ich hatte das Glück, selbst einmal reinschnuppern zu können und kenne daher auch den Blick hinter die Kulissen. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören Klassiker wie Der Pate I + II, Casablanca, Western wie Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod, österreichische Filme wie Der Bockerer, Extrablatt, aber auch Zeichentrickflime wie Das letzte Einhorn, Mary & Max, Literaturverfilmungen wie Die Verurteilten, Komödien wie Sein oder Nichtsein, Don Camillo und Peppone, Serial Mom und viele mehr.... Ich bin also regelmäßiger Besucher in Kinos und werde euch über diese Besuche auf weltenraum.at erzählen.

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