Holmes – Sherlock gegen Moriarty

| 2. April 2017 | 1 Comment

Holmes – Sherlock gegen Moriarty von Diego Ibáñez erscheint beim Kosmos Verlag und ist ein flottes Spiel für zwei Spieler. Es geht dabei um ein Duell, Sherlock Holmes sucht nach Hinweisen und Moriarty versucht diese Hinweise verschwinden zu lassen. Dabei bedienen sie sich zahlreicher Verbündeter und pfuschen sich dadurch auch gegenseitig ziemlich ins Handwerk.

Holmes – Sherlock gegen Moriarty, Rechte beim Kosmos Verlag

Holmes – Sherlock gegen Moriarty, Rechte beim Kosmos Verlag

Holmes – Sherlock gegen Moriarty ist als Duell vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen, aber der Name macht natürlich einiges aus. Im Grunde versuchen beide Spieler Hinweise zu erlangen. Die Spielmechanik selbst ist dabei überraschend gut gelungen. Das Spiel ist schnell, es ist gut verständlich, dabei nicht zu einfach und macht Spaß. Dennoch sollte man die optionalen Regeln von Moriarty verwenden, um dem Spiel etwas mehr Pep zu geben, bei dem zwei Spezial-Ereignisse ausgelöst werden können und es die Option gibt Karten zu reservieren. Gut wäre es gewesen im Regelheft noch einmal extra darauf hinzuweisen dass bei vielen Karten nicht der Tag / die Runde, in der sie ins Spiel kommen entscheidend sind, sondern an welchem Tag / in welcher Runde man die Aktion ausführt. Auch wenn das Spiel sehr nett designt ist, fehlt mir doch ein wenig der Sherlock Holmes Touch, es gibt eben kein Rätsel zu lösen – unterhaltsam ist das Spiel aber durchaus.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Das Spiel verläuft über 7 Tage und am Ende wird abgerechnet. Jede Runde ist ein weiterer Tag. Zu Beginn wird immer eine neue Person aufgedeckt, welche den beiden Kontrahenten helfen kann. Die Aktionsmarker werden aufgestellt und anschließend werden abwechselnd von den Spieler die Aktionsmarker verschoben und die jeweilige Aktion durchgeführt. Jeder Spieler kann einen Verbündeten nur 1x pro Runde aufsuchen um die jeweilige Aktion durchzuführen, aber wenn beide Spieler beim selben Verbündeten sind, wird dieser für die nächste Runde gesperrt.

Spielinhalt - Holmes – Sherlock gegen Moriarty, Rechte beim Kosmos Verlag

Holmes – Sherlock gegen Moriarty, Rechte beim Kosmos Verlag

Bei den Aktionen geht es in der Regel darum Hinweise mit Hilfe von Aktionsmarker zu erlangen oder weitere Aktionsmarker zu bekommen, die man dann wieder ausgeben kann. Die Hinweise werden offen ausgelegt und sind in der Regel für beide Spieler ersichtlich. So kann man seine Taktik an den Gegener anpassen. Einige Hinweise erhält man verdeckt und teilt sie erst am Ende des Spiels zu. Des Weiteren gibt es Jokerkarten, welche eine Hinweisart erhöhen, die aber auch, sollte man sie nicht vor dem Ende verteilt haben, Minuspunkte einbringen. Bei den einzelnen Aktionen durch die Verbündeten sollte man sich gut überlegen, wann man welche Fähigkeiten nutzen möchte, denn einige Aktionen werden im Verlauf des Spiels immer teurer.

Am Ende wird pro Hinweisart gewertet, was recht schnell und einfach geht. Punkte in Höhe der auf den Hinweiskarten angeführten Art, erhält der Spieler, der mehr Hinweise gesammelt hat. Allerdings muss er noch die Anzahl der Karten seines Gegners abziehen. So haben die Zigaretten den Wert 5. Wenn Spieler A 3 Karten hat und Spieler B 1 Karte, so erhält Spieler A da er mehr Karten hat dafür 4 Punkte, 5 durch den Kartenwert – 1 Karte des Spielers B. Wie viele Karten man dabei mehr als der Gegner hat ist also unerheblich. Daher können die Spieler durch verdeckte Karten noch so manche Überraschung verursachen.

Bei unserem Test mit zwei Spielern haben wir gleich die erweiterte Version gespielt, die auch recht schnell erklärt war. Wichtig ist es wirklich von Anfang an klar zu stellen, dass mit aktueller Tag im Prinzip die aktuelle Spielrunde gemeint ist. Das hat bei unserem ersten Spiel zu etwas Verwirrung geführt. Sonst gehen die Runden schnell von der Hand. Wichtig ist, sich am Anfang jeder Runde zu überlegen welche Verbündete man nutzen möchte, weil die Reihenfolge von Bedeutung ist, da man nur an Orte gehen kann, an denen kein eigener Marker liegt oder steht. Dabei stehen die Marker dort, wo sie vorige Runde gelegen sind und liegen dort, wo man sie in der aktiven Runde platziert hat. Außerdem ist es durchaus wichtig einen Blick auf die Hinweise des Gegners zu werfen und zu verhindern, dass dieser alle Karten einer Art bekommt, da man damit besonders viele Punkte sammeln kann. Auch die Möglichkeit mit den verdeckten Karten ist recht spannend, da diese Karten zwar teurer zu Erstehen sind, allerdings sind sie geschützt und der Gegner kann auch nicht einsehen, welche Symbole darauf sind, wo man also mehr Karten als aufgelegt besitzt.

Diego Ibáñez ist ein spanischer Spieleerfinder und hat bis dato rund ein halbes Dutzend Spiele herausgebracht. Im Original, welches beim spanischen Spieleverlag Devir erschien, hieß das Spiel übrigens Holmes: Sherlock & Mycroft, was eigentlich der passendere Titel ist, aber dem Spiel selbst keinen Abbruch tut.

Holmes – Sherlock gegen Moriarty erschien im März 2017 beim Kosmos Spieleverlag. Wir haben bei unserem Test mit 2 Spielern 20 bis 25 Minuten für eine Partie inkl. Aufbau benötigt.
82 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
das Kartenspiel ist ein flottes, witziges Spiel
die Wertungsmechanik ist gut durchdacht
es bringt etwas Hinweise zu sammeln wo der Gegner siegen wird
das Spiel hat ein nettes Design und genügend Marker
Negatives
es fehlt dem Spiel irgendwie der Sherlock Holmes Touch
Spielregeln sind streckenweise zu schwammig erklärt

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Category: Kartenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (1)

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  1. noch nicht… hoffe aber, dass wir das in bälde bekommen… bin sehr gespannt (o;

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