HeXXen 1733: Königreich der Dornen

| 20. April 2019 | 0 Comments

HeXXen 1733: Königreich der Dornen von Ulisses Spiele ist die erste Abenteuer-Kampagne für das cineastische Dark Baroque Pen & Paper-Rollenspiel HeXXen 1733. Es verspricht eine gefährliche Reise in sechs Akten, für abenteuerlustige Jäger der Stufe 1 bis 5. Das Thema ist recht klassisch gewählt, es geht nämlich um die Befreiung eines Königsreich aus den Klauen einer bösen Hexe.

HeXXen 1733: Königreich der Dornen, Rechte bei Ulisses Spiele

HeXXen 1733: Königreich der Dornen, Rechte bei Ulisses Spiele

HeXXen 1733: Königreich der Dornen lässt sich flott spielen. Es gibt genügend Hinweise, um den Pfad zu folgen und es gibt, vor allem in den ersten Akten, einiges an Interaktion mit verschiedenen NSCs und die Möglichkeit mehr über den Hintergrund der Geschichte und der Charaktere zu erfahren. Das Abenteuer bietet aber auch viel Action und zahlreiche Kämpfe, woran man auch eine gedankliche Verbindung zu den Abenteuerpfaden von Pathfinder spürt. Die Kampagne folgt einem ähnlichen Aufbau. So wird es nie langweilig und es gab auch keine frustrierenden Momente der Hilflosigkeit, wo die Spieler nicht wussten, wie es weitergehen sollte.

HeXXen 1733: Königreich der Dornen hat eine durchaus komplexe Geschichte und es gibt keine Alternativen, um ins Finale zu gelangen, aber es ist flott und eignet sich auch sehr gut für Einsteiger. Wir hatten einen Rollenspielneuling mit dabei, dem das Abenteuer auch am besten von uns gefallen hat. Auch für den Spielleiter ist das Abenteuer gut geschrieben. Man weiß immer was von einem erwartet wird und wie der nächste Schritt aussehen wird. Und auch wenn der Fokus auf dem Kampf liegt und dass man von einem Punkt zum nächsten gelangt, so wird trotzdem auch ein guter Überblick geboten, wie sich die verschiedenen Aspekte von HeXXen 1733 im Abenteuer spielen lassen.

Dafür gibt es kaum alternative Möglichkeiten. Man folgt der Krümelspur bis zum Endkampf und dem hoffentlich glorreichen Triumph der Jäger über das Böse. Eine nette Idee sind die optionalen Bedrohungsszenarien, welche der HeXXenmeister durch Bedrohungsmarker freischalten kann, wobei ich es wirklich schade finde, dass alle diese Szenarien im Grunde nur Kämpfe sind. Es wäre nett gewesen, wenn man den Spielern auch ein paar andere Hindernisse vorsetzen hätte können. Wobei, durch den Regionalband und die Nebenquests findet man durchaus einige Anregungen in dieser Richtung.

Gut durchdacht, wenngleich meine Spieler es zu schnell durchschaut hatten, war der Endkampf, wo es nicht nur darum ging die Gegner zu töten, sondern die richtige Taktik zu wählen. Da hilft auch das flotte Kampfsystem, damit bei den Kämpfen keine Langeweile aufkommt, oder sie zu zäh werden. Ich habe auch immer wieder auf den Vorschlag aus dem Regelwerk zurückgegriffen und ein paar Kämpfe frühzeitig beendet, wenn klar war in welche Richtung der Kampf sich entwickelt.

HeXXen 1733: Königreich der Dornen handelt von einer mysteriösen Macht im Grenzgebiet zwischen dem Kurfürstentum Sachsen, dem Königreich Böhmen und dem Königreich Rabenschwarz. Diese beansprucht ein Territorium für sich, ein Gebiet, das mit einer unüberwindbaren Dornenmauer abgeriegelt ist. Die Jäger werden im Städtchen Aue im Erzgebirge auf diese Bedrohung aufmerksam und brechen auf, um diesem Übel ein Ende zu bereiten. So beginnt eine unglaubliche Reise, die vor allem dann am stärksten für die Spieler war, wenn man auf zum Teil märchenhafte oder skurrile Figuren trifft, so wie in der Mühle, oder unter dem Berg, oder die Begegnung mit dem Schultheiß Gerold, dem alten Mann, oder mit Jiri und Stepan, etc. Es gibt sogar ein, zwei Szenen, wo die Geschichte, die ansonsten eher vorhersehbar abläuft, die Spieler richtig überraschen konnte.

HeXXen 1733: Königreich der Dornen zeigt aber auch das schlechte Balancing, unter dem HeXXen 1733 leidet. Zwei Bosskämpfe in den ersten beiden Akten haben die Gruppe quasi ausgelöscht und zwar ohne größeren Widerstand. Die Jäger wurden regelrecht niedergewalzt, während im 4. Akt ein Bosskampf keinerlei Herausforderung für die Jäger darstellte. Da wäre ein Mittelweg besser, eine Herausforderung, die nicht unbedingt zum TPK führt. Ein weiterer Kampf war einfach nur mühsam und zäh, doch den hab ich als Spielleiter abgebrochen. Auch verwundert hat uns eine Zufallsbegegnung, die beinahe zum nächsten Auslöschen der Gruppe geführt hätte.

HeXXen 1733: Königreich der Dornen bietet mit dem Regionalband Erzgebirge ein recht umfangreiches Quellenbuch über den Hintergrund dieser Region, der Alben, ihrer Ursprünge, den übernatürlichen Wesen dieser Region, verschiedener Orte und regionalen Mythen. Auch wenn für das Abenteuer selbst nur ein Teil direkt nutzbar ist, so ist es doch hilfreich, um die Region, ihre Bewohner und auch die Alben lebendiger zu gestalten. Und man bekommt Anregungen, um weitere Abenteuer in dieser Region zu gestalten. Auch finden sich im Abenteuer einige Ideen und offene Punkte, die man weiterverfolgen könnte.

Das HeXXen 1733: Königreich der Dornen von Ulisses Spiele erschien im August 2018 und ist als Kampagnenbox und pdf erhältlich.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein gelungener Einstieg in die Welt von HeXXen 1733
viele spannende Kämpfe und eine sehr flotte Kampagne
der Regionalband ist eine informative Ergänzung
bietet einen guten Überblick der Möglichkeiten des Systems
die Bedrohungsszenarien sind grundsätzlich eine gute Idee
eine ideale Kampagne für Einsteiger und Anfänger
Negatives
die Kampagne verläuft extrem geradlinig
einige Kämpfe sind schlecht ausbalanciert
die Bedrohungsszenarien sind reine Kampfbegegnungen

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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