Hellblade: Senua’s Sacrifice

| 11. April 2018 | 0 Comments

Ich höre die Stimmen. Sie flüstern. Ich suche die Sprecher, aber es ist niemand zu sehen. Ich drehe mich um, ich hoffe sie zu finden, aber ich höre sie nur in meinem Kopf. Ich stehe gerade in einer Ruine und sehe plötzlich etwas. Es kommt auf mich zu. Es sind Geister, sie greifen mich an, oder greife ich mich selbst an? Aber welche Wahl habe ich? Wir haben es gespielt.

Hellblade: Senua's Sacrifice, Rechte bei Ninja Theory

Hellblade: Senua’s Sacrifice, Rechte bei Ninja Theory

Hellblade: Senua’s Sacrifice zeichnet sich dadurch aus, dass dieses Game mit Neurowissenschaftlern und Menschen entwickelt wurde, die Erfahrung mit Psychosen haben, und den Gamer daher tief in Senuas zerrütteten Verstand entführen. Generell lag Ninja Theory das Game sehr am Herzen, daher haben sie auf Unterstützung durch einen Publisher verzichtet, damit sie ihr Game genauso umsetzen können, wie es ihren Vorstellungen entsprochen hat. Es ist eine ganz besondere Story, die sich nach und nach offenbart. Der Fokus liegt dabei weniger auf den Kämpfen als auf den Rätseln und den psychischen Störungen der Hauptfigur.

Es gab schon bisher verschiedene Versuche psychische Störungen in einem Game zu verwenden, wobei es dabei seltener darum ging dem Gamer psychische Störungen erlebbar zu machen. Bisher waren es oft nur sehr oberflächliche, hollywoodeske Versuche. Das vorliegende Game stellt sicher einen der ambitioniertesten Versuche dar und man muss sagen es ist wirklich gelungen. Man wird im Verlauf das Games zunehmend mit Sinnenseindrücken konfrontiert, denen man nicht trauen kann, welche einen aber töten können.

Hellblade: Senua’s Sacrifice ist ein unglaublich intensives, aber zum Teil auch sehr anstrengendes Game. Ninja Theory hat glücklicherweise an sich geglaubt und wirklich ein ganz besonders Game geschaffen. Das, was womöglich ein wenig zu kurz gekommen ist, sind die Rätsel, welche fast zu leicht zu lösen sind und meist demselben Schema folgen. Aber es ist wirklich ein sehr lohnenswertes und interessantes Game.

Hellblade: Senua’s Sacrifice spielt während des Zeitalters der Wikinger, in dem sich Senua, eine gebrochene keltische Kriegerin aufmacht in die Hölle der Wikinger, um für die Seele ihres toten Geliebten zu kämpfen. Sie kämpft sich in den Norden, um der Göttin Hel selbst zu opfern, damit diese ihren Geliebten freigibt. Doch sie hat noch einen weiteren Kampf zu kämpfen, den Kampf gegen sich selbst.

Hellblade: Senua’s Sacrifice ist sehr auf das Gameerlebnis fokussiert und bietet daher keinerlei Bildschirmanzeigen. Es gibt kein Inventar, es gibt auch keine Kapitelanwahl. Wenn das Game durchgespielt wurde, kann man es einzig und allein komplett wiederholen. Das Gameplay ist ähnlich reduziert. Es gilt im Kampf anzugreifen, sich zu verteidigen und bei den Rätseln gilt es verschiedene Symbole in Übereinstimmung zu bringen.

Das Game ist grafisch recht herausragend. Die dunkle, düstere Umgebung wird sehr atmosphärisch dargestellt und besonders gut gefällt mir die Verletzlichkeit in den Augen. Dieser scheue Blick von Senua ist ganz speziell, denn sie weiß selbst, dass sie nicht allem trauen kann was sie sieht, aber wie kann man zwischen dem wählen was wahr und real ist, und dem was ebenfalls wahr aber nur eingebildet ist?

Hellblade: Senua’s Sacrifice wurde vom britischen Gamestudio Ninja Theory entwickelt und veröffentlicht. Ninja Theory wurde im Jahr 2000 unter dem Namen Just Add Monsters gegründet, bevor es im Jahr 2004 verkauft wurde und den Namen Ninja Theory erhielt. Bisher haben sie u.a. Heavenly Sword und Enslaved: Odyssey to the West entwickelt. Besonders bekannt wurden sie für die Entwicklung von DmC Devil May Cry.

Hellblade: Senua’s Sacrifice von Ninja Theory erscheint mit PEGI 18 und ist ab 11. April 2018 für Xbox One und schon länger für PlayStation 4 und Windows PC erhältlich. Wir haben das Game auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
90 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein behutsamer Umgang mit psychischen Störungen
ein toll erzählte und stringente Story
eine sympathische und verletzliche Hauptfigur
grafisch sticht das Game durchaus hervor
ein kompromissloses und reduziertes Gameplay
Negatives
die Rätsel haben einen niedrige Schwierigkeitegrad
das Game wird stellenweise recht anstrengend

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Category: Games, Xbox One

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Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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