Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle

| 28. August 2014 | 0 Comments

Ein Haufen Priester unterschiedlichster Konfessionen hat sich den Kampf gegen auf der Erde wandelnde Dämonen auf die (geweihten) Fahnen geschrieben. Um dies möglich effizient zu erledigen lebt man möglichst verrucht und blasphemisch, damit man die Seelen der besiegten Dämonen nach seinem eigenen Tod mit in die Hölle nehmen kann. Denn nur ein in die Hölle geschickter Dämon ist ein garantiert gebannter Dämon.

© Koch Media

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So werden wir Augenzeuge von einem Haufen fluchender, kiffender, saufender und theoretisch auch rumhurender Priestern, welche sehr zum Ärger der katholischen Kirche und deren inoffizieller Exekutive Opus Dei ihre unorthodoxen Methoden sehr ernst nehmen. Es wird sogar Buch über die begangenen Sünden geführt. Als dann der legendäre Gottesmörder Surtr wiedererweckt wird, könnte dies die Chance für die Hellbenders sein nicht nur ihren Ruf zu festigen, sondern auch noch die Welt zu retten.

Die Prämisse klingt ganz gut. Klar, irgendwie unlogisch dass ein Priester einen Dämonen zurück in die Hölle schickt, indem er in Sünde lebt und sich notfalls im Kampf einfach umbringt, aber das wäre kein Problem, wenn der Film dabei gut unterhalten würde. Leider ist das mit der Unterhaltung so eine Sache. Da wird in fast jedem Satz das böse F-Wort gesagt, auch „Cocksucker“ ist inflationär oft dabei (was in der deutschen Synchro dann variantenreich auch mal in Arschficker übersetzt wird) und vieles wirkt hier einfach mehr gewollt als gekonnt. Spannung kommt so gut wie gar keine auf, der Look ist sehr digital und künstlich, die Effekte kommen fast alle aus dem Computer und witzig gemeinte Dialoge kommen gekünstelt rüber. Und wenn es mal dialogmäßig ein wenig ungeschliffen wirkt, wird alles mit Fucks, Cocks und Cunts geflutet. Vielleicht wollte man auch den Rekord für die häufigste Verwendung des Wortes Fuck aufstellen, den aber immer noch Boondock Saints halten dürfte, vielleicht auch Scarface, wer weiß das schon?

Wenn zum Finale ein Wirbelsturm zur Hölle nur aus einem größeren Osterfeuer besteht und die Heerscharen der Hölle sich im Dunkeln vor den Scheinwerfern eines Autos prügeln und diese Heerscharen nur aus gefühlten 20 Mann bestehen ist man froh, dass der Film sich dem Ende zuneigt. Dazu kommen noch die eher aus dem Fernsehen bekannten Schauspieler, die nahezu allesamt derartig hölzern und dumm agieren dass es weh tut, zumal einem alle Gesichter irgendwie ein wenig bekannt vorkommen, da man wohl eine Art Typecast gemacht hat, sprich: Leute gesucht hat, die ein wenig wie bekannte Darsteller aussehen. Der einzige, der bekannter war ist Clancy Brown (Carnival TV Serie, Starship Troopers u.a.).

Positives zum Schluss? Ein paar gute Szenen wie die fingierten Interviews am Anfang, Ende und zwischendurch, teilweise gelungene Umschnitte und die doch ganz passende Musik bilden die Highlights des Films. Wer einen DVD-Abend mit Freunden machen will und noch einen dummen Film sucht, wird auch sicher was besseres als Hellbenders finden.

Die 3D Blu-Ray macht insgesamt technisch einen guten Eindruck, das Bild ist teilweise ein wenig verrauscht, was aber nicht zu schlimm ist und der Sound ist schön räumlich abgemischt. Ob man das 3D jetzt braucht will ich nicht beurteilen, es lässt die zu dummen Szenen allerdings doch ein wenig interessanter wirken.

Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle von Koch Media ist ab 24. Juli 2014 mit FSK 16 auf DVD und Blu-ray sowie 3D Blu-ray inkl. 2D Fassung erhältlich.

Bewertung

PositivesNegatives

  • 3D-Option
  • passende Musik
  • teilweise gelungende Szenen

  • inflationäre Flucherei
  • billige Produktion, was man dem Film ansieht
  • Schauspieler wissen nicht zu überzeugen

Rating
41%

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Category: Filme

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Lektorin & Sprachwissenschafterin. Außerdem: Büchervertilgerin & passionierte Kinogängerin. Nintendo-Nerd. Pen-&-Paper-Prinzessin.

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