Handbuch: Streiter des Gleichgewichts

| 7. April 2018 | 0 Comments

Handbuch: Streiter des Gleichgewichts von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder von Paizo. In diesem Quellenbuch geht es um alle Helden, welche für die Ordnung, das Chaos oder eine dazwischen gelagerte Philosophie streiten. Außerdem gibt es wieder zahlreiche Charakteroptionen und hilfreiche Informationen.

Handbuch: Streiter des Gleichgewichts, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Streiter des Gleichgewichts, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Streiter des Gleichgewichts legt seinen Fokus auf Helden mit neutraler Gesinnung, wie rechtschaffen-neutral, chaotisch-neutral oder wahrhaft-neutral bzw. neutral. Darunter finden sich viele Optionen für Druiden, Kleriker, Magier und Schützen. Informativ finde ich auf jeden Fall die Kapitel mit tiefer gehenden Informationen über rechtschaffen-neutral, chaotisch-neutral oder wahrhaft-neutral, welche nicht nur Informationen zur Einstellung der Helden geben, sondern auch Tipps wie man solche Helden spielt.

Handbuch: Streiter des Gleichgewichts ist für neutrale Helden durchaus ein nettes Regelheft. Wie viel man dann schlussendlich verwenden kann, hängt wieder sehr stark vom persönlichen Geschmack ab. Eine wichtige Frage dazu ist sicher, ob man seine Fähigkeiten auf der Tatsache einer neutralen Gesinnung verstärken möchte.

Auch wenn man wahrhaft neutrale Helden nicht mit Desinteresse oder dem bekannten „Is ma wurscht“-Empfinden gleichsetzen kann, es wäre zu kurz gegriffen, bin ich kein großer Fan von wahrhaft neutralen Helden. Eine echte Neutralität, die in Abenteuer verstrickt ist, sich also per se nicht heraushält, könnte für wahren Ausgleich eintreten. Aber das ist schwierig, weil die Heldengruppe in der Regel ja Partei ergreift. So sehe ich Konflikte bei einer strenger Auslegung von wahrhaft-neutral vorprogrammiert.

Ein weiteres Problem, dass ich als Spielleiter mit neutralen Charakteren habe, wobei Problem zu hoch gegriffen ist, ist, dass ich finde, dass sie von allen Gesinnungen auch regeltechnisch die meisten Vorteile haben. Das wird dann wieder gerne ausgenutzt, obwohl der Spieler den Helden vielleicht ohnehin nicht so neutral spielt, denn viele Zauber gegen Helden mit chaotischer, böser, rechtschaffener oder guter Gesinnung treffen neutrale Charakter nicht, oder nur abgeschwächt. Ich war somit ein wenig verwundert, dass gerade für neutrale Charaktere ein eigenes Handbuch herausgekommen ist, andererseits hat es meine Spieler, welche neutrale Charaktere spielen, sehr gefreut.

Überrascht hat mich, dass es nur zwei Archetypen, den Unterhändler für den Barden und den Überlebenskundigen für den Druiden im Buch gibt. Dafür gibt es auch eine Prestigeklasse, den Diener des Gleichgewichts. Vor allem das Ausgeglichene Energie fokussieren ist eine nette Fähigkeit, bei der man Lebewesen oder Untote heilt, während man der anderen Gruppe Schaden zufügt. Auch die weiteren Fähigkeiten schützen vor nachteiligen Effekten der Gesinnung, oder gewähren einen Bonus.

Interessant ist das Talent Neutrale Monster herbeizaubern, wenngleich man ein Talent ausgeben muss, um ähnliche Monster zu beschwören wie mit dem Zauber Monster beschwören. Man kann aber eher schlechtere, auf keinen Fall bessere Monster als bisher beschwören. Dafür muss man aber ein extra Talent kaufen.

Das Pathfinder Handbuch Streiter des Gleichgewichts von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung im April 2018 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
durchaus viele nützliche Optionen
eine sehr interessante Prestigeklasse
stark zugeschnitten auf neutrale Helden
Informationen über das Spielen der Gesinnungen
Negatives
neutrale Helden sind bereits stark
manche Fähigkeiten durch Zusatztalente teuer

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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