Handbuch: Heimgesuchte Helden

| 8. April 2017 | 0 Comments

Handbuch: Heimgesuchte Helden von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder von Paizo. In diesem Quellenbuch geht es um Spielercharaktere, welche auf die eine oder andere Weise von Geistern beherrscht werden, mit zahlreichen Archetypen, Talenten und vielen weiteren Regeloptionen von Alternativen Volksmerkmalen bishin zu Zaubern.

Cover - Handbuch: Heimgesuchte Helden, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Heimgesuchte Helden, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Heimgesuchte Helden ist ein Füllhorn an verschiedenen Aspekten über von Geistern heimgesuchte Helden, wobei es dabei um keine Nachteile geht, sondern um Vorteile. Dass es dabei keine zwiespältigen Regeloptionen gibt ist fast ein wenig schade ist, irgendwie hätte ich mir da etwas anderes vorgestellt. Schließlich ist es ja nicht so, dass sich der Charakter, nicht der Spieler, freiwillig aussucht von einem Spuk, Geist oder einer anderer Entität besessen zu sein. Für okkulte Kampagnenen ist es aber durchaus ein sehr nützlicher Ergänzungsband.

Handbuch: Heimgesuchte Helden handelt von Helden, welche durch Bündnisse, Pakte oder den Einfluss von Mächten von außerhalb der materiellen Ebene beeinflusst werden. Dabei handelt es sich nicht nur, wie man vermuten möchte um Möglichkeiten, die dem Spielleiter zur Verfügung stehen um Spielercharkater zu quälen, sondern die Spieler wählen den Umfang und Art ihrer Besessenheit um ihren Charakter mehr Tiefe zu verleihen.

Handbuch: Heimgesuchte Helden ist, wie die viele Handbücher, durchaus informativ für den Spielleiter, insbesondere der Absatz der kleinen Spukfiebel über die Besitzergreifung ist interessant. Aber es gibt auch eine größere Abhandlung über Heimsuchungen und Glaube mit einer Aufschlüsselung von rund einem halben Dutzend Götter, sowie dazu passenden alternativen Domänenfähigkeit.

Einer der interessantesten Archetypen innerhalb unserer Gruppe war der Skeptiker, ein Ermittler-Archetyp, bei den falschen Heimsuchungen. Sie wissen und akzeptieren Spukerscheinungen, sind aber bestrebt falsche Erscheinungen als solche zu entlarven. Im selben Kapitel gibt es auch falsches Ektoplasma und andere Täuschungsmanöver zu kaufen. Was ein bisschen schräg ist, ist dass man in einer Welt, wo man mittels Zauber Monster beschwören kann, auch zur Tarnung solche Ereignisse fälschen kann. Auch die Heimgesuchte Blutlinie für den Hexenmeister ist vom Fluff her ein witziger Archetyp.

Auch wenn nichts gegen verschiedene Geisterjägerarchetypen spricht, gibt es auch ein paar nützeliche Tipps für nichtmagiebegabte Geisterjäger, wie dass sie sich z.B. den Spukdetektor besorgen können, der für 25 GM ein echtes Schnäppchen ist. Ein wenig musste ich aufpassen dass mein Abenteuer generell nicht in eine Ghostbusters Parodie kippte, was zwar grundsätzlich eine witzige Idee wäre, aber nicht meine Absicht war. Es gibt übrigens für angehende Geisterjäger auch eine Spukfalle, die für 6.250 GM jedoch nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Die heimgesuchten Orte, vielmehr Länder Golarions, sind nett, aber wie immer recht kurz dargestellt. Die Talente zu den Orten im Handbuch sind nett, aber mittlerweile habe ich eher das Problem dass mir länderspezifische Talente nicht besonders zusagen, einfach weil man sie nicht mehr findet. Ein zum Thema passendes Talent finde ich recht schnell, da ich das richtige Handbuch schnell zur Hand habe, aber zu überlegen wenn mein Charakter aus einem bestimmten Land kommt, in welchen Handbüchern welche länderspezifischen Talente zu finden sind, ist schwieriger. Oft ist es bei uns so, dass man ein Konzept zum Charakter hat, die thematisch passenden Handbücher raussucht und die Wahl des Landes erst im Verlauf oder gar erst gegen Ende festgelegt wird. Eine Online-Übersicht, bzw. ein Online-Index zu solchen Sachen wäre da womöglich eine gute Idee.

Generell gilt, das Handbuch: Heimgesuchte Helden ist besonders für die Ausbauregeln VII Okkultes eine nützliche Ergänzung, egal ob es um Archetypen, okkulte Rituale, Talente oder allgemein den Stil geht.  Auch zum Hintergrund einer okkulten Kampagne passen natürlich Heimgesuchte Helden wie die Faust aufs Auge.

Ein echter Klassiker und fast schon Vertrauten Ersatz sind die verschiedenen Talente über eine Besessene Hand. Es stellt sich aber die Frage, ob diese 2 bis 5 Talente es wirklich wert sind, aber witzig ist es durchaus und die Besessene Hand zählt auch in der Literatur und beim Film, wie z.B. bei der Addams Familie oder Tanz der Teufel zu einem echten Klassiker von Spukgeschichten. So kann man seine Hand auch aussenden, dass sie einem recht hilfreich zur Hand geht.

Das Pathfinder Handbuch: Heimgesuchte Helden von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung im März 2017 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
84 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
große Bandbreite verschiedener Aspekte um Heimgesuchten Helden
gute Ergänzung für okkulte Abenteuer und Kampagnen
witzige Ausrüstungsgegenstände wie Spukfallen oder -dektoren
Spukzauber sind eine nette Erweiterung
Negatives
bei nicht okkulten Abenteuer sind die meisten Aspekte zu aufwendig
heimgesuchte Helden sollten auch unter Nachteilen leiden

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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