Handbuch: Göttliches Wissen

| 3. Juni 2017 | 0 Comments

Handbuch: Göttliches Wissen von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder von Paizo. In diesem Quellenbuch geht es um verschiedene Bücher unterschiedlicher Religionen. Dafür stehen neben einem Dutzend Talente auch verschiedene Zauber und weitere Regeloptionen zur Verfügung.

Handbuch: Göttliches Wissen, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Göttliches Wissen, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Göttliches Wissen zählt eindeutig zu den schwächsten Handbüchern zu Pathfinder. Es ist ein Buch über Bücher. Wobei es wäre ja durchaus interessant gewesen religiöse Texte verschiedener Religionen zu lesen und diese dann, zwecks Fluff und Atmosphäre, im Spiel zu verwenden. Allerdings ist dies auch nicht der Fall.

Im Handbuch findet man z.B. einen Priester, der die Helden mit einem Zitat aus dem wichtigsten Werk seiner Göttin begrüßt, wenn die Helden einen Calistria Tempel betreten, eine Hochzeit bei welcher von einem Erastil Priester über den Pfeil des Lebens philosophiert wird, die Worte mit denen eine Desnapriesterin eine Astralreise einläutet, Worte aus dem Buch von Abadar welche beim Begräbnis Trost spenden sollen, etc.

Die einzelnen Bücher werden mit ihrer Geschichte und einer sehr groben Übersicht vorgestellt werden. Leider sind es kein Dutzend Werke, die hier präsentiert werden. Weniger Regeloptionen, mehr Fluff wäre für mich und meine Gruppe optimal gewesen. In dieser Linie richtet es sich vor allem an Spielleiter, welche eines der Bücher in der Kampagne einsetzen möchten, am besten in Absprache mit den Spielern, damit diese die verschiedenen Vorteile wie Talente, Zauber, Unterdomänen etc. auch wirklich nutzen können.

Einzig das Werk „Von der Tugend“ sticht hervor. Hier werden von Andoletta, einer Himmlische Herrscherin und Herrin über die vierte Stufe des Himmels bishin zu der Elfengöttin Yuelral, auch als die Weise bekannt, nämlich ein gutes Dutzend Paladinkodexe angeführt.

Sonst wird das Buch aber leider vor allem darauf reduziert, dass man neue Talente, neue Zauber, neue Fähigkeiten, neue Wesenszüge vorstellt. Auch sticht kaum eine der Regeloptionen heraus, obwohl es durchaus nützliche gibt, wenn man ein bestimmtes Charakterkonzept verfolgt.

Zusammengefasst kann man sagen, dass man sich um Abwechslung bemüht hat und verschiedene Werke vorgestellt hat. Das Handbuch: Göttliches Wissen ist sicher eine nette Informationsquelle, wenn man ein Buch in den Mittelpunkt eines Abenteuers stellen möchte und die Erkenntnisse in Form von Unterdomänen, Zauber, Talenten oder ähnliches den Spielern zur Verfügung stellen möchte. Aber auch da wäre ein ausführlich erklärtes Baukastensystem für die Bücher fast sinnvoller gewesen, als die Vorstellung, wie sie vorliegt. Außerdem ist es problematisch, wenn Talente erst im Abenteuer auftauchen, da zumindest meine Spieler gerne vorausplanen und sie ja nicht wissen können, wann dann diese Talente verfügbar sein werden, bzw. ob ich sie überhaupt verwenden werde, bzw. die Spieler genau diese Bücher, die sie sich wünschen, finden lassen werde. Man will ja auch nicht zu viel vorab von seinem Abenteuer verraten.

Das Pathfinder Handbuch: Göttliches Wissen von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung im November 2016 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
60 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die Bücher werden mit ihrer Geschichte vorgestellt
man hat sich um Abwechslung bemüht
für Charaktere mit stark religiösen Bezug durchaus nützlich
Negatives
zu wenige Bücher sind über ihre Talente, Zauber, etc. hinaus gut zu verwenden
nicht einmal ein halbes Dutzend Bücher wird vorgestellt
es fehlt an Flufftexten, um Priestern und Religion mehr Bedeutung zu geben
Regeloptionen größtenteils auf Priester zugeschnitten

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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