Handbuch: Antihelden

| 22. Dezember 2018 | 0 Comments

Handbuch: Antihelden von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder von Paizo. In diesem Quellenbuch geht es um die Anti-Helden, um die Spielercharaktere, die nicht zu den strahlenden Helden gehören. Auf ihrer Seele lastet ein Schatten, ihre Merkmale sind, dass sie eine Schwäche haben, die sie aber umso interessanter erscheinen lässt.

Handbuch: Antihelden, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Antihelden, Rechte bei Ulisses Spiele

Handbuch: Antihelden bietet einen interessanten Aspekt des klassischen Charakters. In der Regel wollen wir, dass unsere Charaktere cool sind, wenn sie nicht auch immer strahlende Helden sind. Sie sollen tolle Fähigkeiten haben und etwas verkörpern, dass wir nicht immer sein können, nämlich tapfere, mächtige Helden. Auch wenn viele Spieler ihren Charakter auch gern eine gewisse Schwäche geben, so passiert das oft nur in Bereichen, wo sie einem nicht weh tun. Wirkliche Antihelden sieht man recht selten am Tisch.

Diese Antihelden sind aber keine bösen Charaktere, das „Anti“ bezieht sich nicht auf den Helden, sondern auf die strahlenden Eigenschaften des Helden, so wie die Comicfigur Hulk oder Dirty Harry, gespielt von Clint Eastwood, die klassische Anti-Helden sind. Mit dem vorliegenden Handbuch kann man Archetypen wie Rachsüchtiger Mistkerl, Splitterseele oder ruchloser Ermittler spielen. Aber kann man so einen Antihelden, eine gebrochene Version des Ideals auch mit Hilfe von Regeln spielen, oder sind es mehr die Eigenheiten zwischen den Zahlen, die aus ihm einen interessanten Charakter machen?

Sehr gelungen sind die Optionen und Ergänzungen für den Charakterhintergrundgenerator, welchen man in den Ausbauregeln IV: Kampagne findet. Vor allem die Tabelle mit Tragischen Hintergründen ist gelungen. Aber auch die Nachteile, darunter Außenseiter, Entstellt und Verbittert sind ziemlich gelungen für einen Anithelden. Vor allem die Talente sind so richtig fies und passend für Antihelden. Mit dem Talent Mit nach unten ziehen kann man, wenn man stürzt, andere mit runter ziehen. Das ist sehr stylisch, aber in der Regel wird man doch eher selten von einem Dach gestürzt werden, sodass man dieses Talent nicht so oft einsetzen kann. Wirklich gut ist das Talent Täuschende Inkompetenz, wo man für jeden misslungenem Gelegenheitsangriff in der selben Runde einen kumulativen +2 Bonus erhält.

Interessant fanden wir die mangelhaften Gemeinschaftstalente, die vor allem für Masochisten geeignet sind, da einer der Beteiligten dabei schlecht aussteigt, aber die anderen durchaus so ihre Vorteile haben. So kann man beim Fallen entschärfen einen höheren Bonus erhalten, aber falls es misslingt, erhält der Partner den Schaden. Auch die gefallenen Archetypen für ehemalige Klassen sind eine gelungene Idee und es hat Spaß gemacht ein Abenteuer mit einer Gruppe von solch gebrochenen Charakteren zu spielen.

Alchemistische und magische Gegenstände runden das Handbuch ab, wenngleich diese Gegenstände nicht ganz überzeugen können. Auch die Organisationen werden nur sehr oberflächlich gestreift. Es wäre nett gewesen stärker auf die Rollenspiel-Aspekte der Antihelden einzugehen. Auch wenn es zu Beginn des Handbuchs ein paar Seiten gibt, ein paar mehr Praxistipps wären nett gewesen.

Das Pathfinder Handbuch: Antihelden von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung im September 2018 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
Handbuch mit einem interessanten Charakterkonzept
Gemeinschaftstalente sind für Masochisten interessant
gute Ergänzungen für den Charakterhintergrundgenerator
gefallenen Archtypen für ehemalige Klassen sind gut
Negatives
die Gegenstände sind wenig inspirierend
mehr Tipps für das Rollenspiel von Antihelden wären wünschenswert

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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