Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens

| 16. Juli 2017 | 0 Comments

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens von Werner Schneyder ist die Mitschrift eines Zwiegesprächs. Manchmal kommt so ein echter Dialog zustande, manchmal ist es mehr ein Streitgespräch. Und es ist auch durchaus Eitelkeit, wenn man ein interessantes Gespräch mit sich selbst führt. Aber es wird dabei für den Leser niemals langweilig.

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens, Rechte bei Amalthea

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens, Rechte bei Amalthea

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens ist ein wenig eine Bestandsaufnahme, wo steht Werner Schneyder, was waren seine Fehler, seine Möglichkeiten, die Erfolge, die Misserfolge. Er schwankt zwischen Selbstanklage, Eitelkeit und offener Selbsterkenntnis. Er lässt auch nicht locker und stellt sich vermutlich die unangenehmen Fragen, die ein Biograph vermutlich gar nicht gestellt hätte. Man erfährt auch einiges, was man nicht über Werner Schneyder wusste, welche Schlager er getextet hat, welche Misserfolge er auf der Bühne erlebte und wie tief seine Verletzung durch Andre Heller ist. Aber er erinnert sich auch durchaus ungeschminkt an alte, zum Teil bereits verstorbene Weggefährten, wie den großartigen Dieter Hildebrandt.

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens wären beinahe die Memoiren zu seinem 80. Geburtstag geworden. Aber er wollte nicht und das zieht sich ein wenig durch seine gesamte Biographie, er will nicht immer. Werner Schneyder entschied sich die Themen seines Lebens zu bestimmen und mit sich über deren gelungene und ungelungene Bewältigung ein Selbstgespräch zu beginnen. Manchmal erinnern sich die zwei Gesprächsteilnehmer linear, erzählen was war, konfliktfrei und harmonisch, manchmal beziehen sie Gegenpositionen, versuchen Selbstkritik und kommen zu pointierten Schlussfolgerungen. 23 Gespräche fügen sich wie Teile eines Mosaiks zu einer Person und deren Vita.

Der Autor legt Wert auf die Feststellung, dass niemand das Buch lesen sollte, der sich nicht für Theater, Kabarett, Literatur, Bilder, Ehe, Politik, Ökonomie, Fußball, Schach, Jugend, Religion, Alter, Tod und anderes mehr interessiert. Und auch nicht für den Autor. Denn man erfährt, wenn man von seiner Lyrik absieht, zum ersten Mal etwas über das Innenleben dieses Sprach-, Bühnen- und Medienmenschen.

Werner Schneyder wurde 1937 in Graz geboren und wuchs in Klagenfurt auf. Später studierte er in Wien Publizistik und Kunstgeschichte. Danach hatte er verschiedenen Jobs oder Berufe und Berufungen, wie er sagen würde, darunter als Kabarettist, Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator. Zu seinem 80. Geburtstag hat er nun ein allerletztes Kabarettprogramm vorgelegt und ein Buch geschrieben, in dem er mit sich selbst ein Zwiegespräch führt.

Amalthea war die griechische Göttin, welche alle guten und schönen Gaben der Götter und Musen aus ihrem goldenen Füllhorn über die Erde leerte. Der Amalthea Verlag wurde 1917 von Dr. Heinrich Studer mit Sitz in Wien, Leipzig und Zürich gegründet. 1978 erfolgte die Gründung des Zeitschriften- und Buchverlags Signum als Hausverlag der Industriellenvereinigung in Wien. 2002 wurde der Signum Verlag mit Amalthea zur Amalthea Signum Verlag GmbH verschmolzen.

Gespräch unter zwei Augen: Dialog eines Lebens von Werner Schneyder ist seit Oktober 2016 bei Amalthea als gebundene Ausgabe und als E-book erhältlich.
84 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
interessantes Gespräch zweier interessanter Persönlichkeiten
Werner Schneyder vs. Werner Schneyder
geht auch sehr offen mit Niederlagen oder Schmähungen um
man lernt Werner Schneyder von neuen Seiten kennen
Negatives
in manchen Kapitel ist Werner Schneyder ein wenig zu eitel
Einleitung oder Laudatio eines Werner Schneyder Kenners fehlt

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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