Fury of Dracula

| 4. Dezember 2016 | 1 Comment

Fury of Dracula von Stephen Hand erscheint beim Heidelberger Spieleverlag und handelt von der Jagd nach Dracula, in dessen Rolle einer der Spieler geschlüpft. Gejagt wird er dabei von weiteren 2 bis 4 Spielern, welche dabei in die Rolle von so bekannten Personen aus dem Dracula Roman schlüpfen, wie Dr. van Helsing oder Minna.

Fury of Dracula, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

Fury of Dracula, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

Fury of Dracula ist ein sehr spannendes Brettspiel und eine geschickte Jagd nach Dracula, aber Dracula ist nicht wehrlos, daher ist es für die Jäger nicht ungefährlich Dracula zu finden. Vorbereitung und ein wenig Glück sind dabei sehr wichtig um zu siegen. Für Dracula spielt die Zeit eine wichtige Rolle, denn je länger er unendeckt bleibt, desto mehr Ereignispunkte kann er sammeln. Andererseits ist ein einzelner Jäger auch auch ein leichteres Opfer und bietet ebenfalls die Option auf Einflusspunkte.

Fury of Dracula spielt im Jahr 1898. Vor acht Jahren reiste der üble Graf Dracula nach London, um seinen vampirischen Fluch zu verbreiten. Doch seine Pläne wurden von einer kleinen Gruppe gottesfürchtiger Leute durchkreuzt. Selbige schafften es auch, ihn in den Schatten der Burg Dracula zu bannen, zumindest dachten sie dies. Doch jetzt kehrt er wieder zurück.

Fury of Dracula besteht aus verschiedenen Runden und wird gespielt bis Dracula 13 Einflusspunkte erreicht hat oder die Jäger bei Dracula 15 Schaden verursacht haben. Jede Runde besteht aus den Jägerphasen, bestehend aus Tag und Nacht und der Draculaphase. In jeder der beiden Jägerphasen dürfen die Jäger eine Aktion durchführen.

  • Bewegen: Nur am Tag ist es möglich sich über See, Straßen, Eisenbahn zu bewegen
  • Ausrüstung: Man zieht eine Ereigniskarte und, sofern man in einer Großstadt ist, auch eine Gegenstandskarte
  • Tauschen: Wenn zwei Jäger sich in der selben Stadt befinden können sie Gegenstandskarten und Fahrscheinmarker nach belieben tauschen, dies ist auch die einzige Möglichkeit dass Spieler sich privat absprechen können
  • Einen Fahrschein reservieren: um mit der Eisenbahn fahren zu können
  • Erhohlen: Sobald ein Jäger diese Aktion durchführt, regeneriert er 1 Schaden
  • Durchsuchen: Jäger können von Dracula versteckte Begegnungskarten an Standorten suchen und anwenden, bevor diese herangereift sind.
  • Spezial: den Effekt einer Ereigniskarte oder eine der Fähigkeiten auf seinem Charakterbogen, die als Aktion gekennzeichnet sind, durchführen

Anschließend hat Dracula seine Bewegungsaktion, dabei legt er die Standortkarte des Ortes zu dem er sich bewegt auf seine Spur, eine Leiste mit 6 Feldern und bewegt alle bisherigen Karten um ein Feld nach rechts. Anschließend kann er eine Begegnungskarte am aktuellen Standort platzieren. Alle Begegnungskarten haben zwei Effekte. Der erste Effekt wird entweder als Hinterhalt platziert oder durch die Aktion Durchsuchen der Jäger ausgelöst. Der in vielen Fällen wesentlich stärkere Effekt wird durch das Heranreifen ausgelöst. Das geschieht wenn die betreffende Karte auf der Spurleiste so lange nach rechts geschoben wurde, bis sie rausfallen würde.

Besonders gelungen sind die Ereigniskarten. Die meisten besitzen ein Jägersymbol und geben den Jägern zahlreiche Möglichkeiten, darunter auch in der Nacht zu reisen oder ähnliches. Ein Drittel der Karten hat jedoch ein Draculasymbol und ermöglicht es dem Vampir seinen Jägern noch mehr Steine in den Weg zu legen. Am Tag ziehen die Spieler mit der Aktion Ausrüsten eine Ereigniskarte von oben, das Symbol ist sichtbar und bei einem Jägersymbol können sie die Karten behalten, bei einem Draculasymbol wird die Karte abgelegt. In der Nacht zieht man die Karte von unten, bei einem Jägersymbol können sie die Karten behalten, bei einem Draculasymbol kann Dracula die Karte verwenden.

Für den Kampf helfen dem Jäger nicht nur die drei Kampfkarten Flucht, Ausweichen und Angriff, sondern auch die verschiedenen Gegenstandskarten. Der Kampf ist in verschiedene Runden aufgeteilt, wobei jede Seite eine Kampfkarte spielt und die jeweilige gegnerische Karte aufheben kann. Es besteht jede Runde auch die Möglichkeit die Flucht zu ergreifen, wobei auch das nicht so leicht ist, wenn der Gegner die Flucht vereiteln kann.

Der britische Spieleautor Stephen Hand erfindet seid den 80er Jahren verschiedene Brettspiele, war aber auch bereits als Romanautor tätig. Fury of Dracula zählt dabei zu einem seiner größten Erfolge. Die Überarbeitung der zweiten Edition erfolgte durch Kevin Wilson. Die auf dieser Ausgabe basierende dritte Edition wurde von Frank Brooks erstellt.

Bei unserer Testrunde konnten wir erkennen dass es für beide Seiten gar nicht so einfach ist die richtige Strategie zu finden. Außerdem haben wir erkannt, dass Fehler nur schwer verziehen werden. Gerade der Dracula-Spieler muss auch die richtige Mischung zwischen unentdecktem Reisen und Attacke auf Spieler wählen, denn nur durch unerkanntes Reisen wird er schwer an sein Ziel kommen. Die anderen Spieler müssen sich hingegen überlegen wie sie Draculas Spur finden können. Doch das ist wahrscheinlicher, wenn man sich aufteilt, was aber wieder gefährlich sein kann.

Fury of Dracula, ursprünglich von Fantasy Flight Games, erschien im Juli 2016 beim Heidelberger Spieleverlag in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 3 bis 5 Stunden pro Partie benötigt.
90 von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein sehr taktisches und spannendes Brettspiel
Planung vor Dracula bewirkt einen Wissensvorsprung für ihn
tauschen durch die Möglichkeit geheimer Absprachen stark aufgewertet
atmosphärisch sehr dicht und mit überraschenden Wendungen
Negatives
kann zeitlich ziemlich ausufern und auch bis zu 5 Stunden dauern
durch die zufälligen Karten ist der Glücksfaktor recht hoch

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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  1. bald wieder spielbar in der BrettSpielGruppe St Pölten

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