Five Tribes – Die Dschinn von Naqala

| 27. September 2015 | 0 Comments

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala ist ein Brettspiel von Bruno Cathala und wird von Asmodee verlegt. Die Spieler wagen sich ins geheimnisvolle Naqala, um die Angehörigen der örtlichen Sippen zu leiten, alte Dschinn zu beschwören und Einfluss zu erringen. Bei Spielende wird der Spieler mit den meisten Siegpunkten zum Großsultan ausgerufen und gewinnt das Spiel. Und das ist bei weitem nicht so leicht wie es sich anhört.

Brettspiel Cover

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala, Rechte bei Asmodee

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala ist ein äußerst vielseitiges Spiel, bei dem man mit zahlreichen Taktiken zum Sieg gelangen kann. Aber diese Taktiken können ebenso schnell von Mitspielern durchkreuzt werden. Man sollte nämlich keinesfalls nur seine Strategie zum Sieg verfolgen, sondern ebenso darauf achten wie man seine Mitspieler daran hindern kann siegreich zu sein. Das besondere an dem Brettspiel ist dass jeder Zug durch die Verteilung der Meeple die Situation wieder verändert. Da dauern die Runden fast immer länger je länger das Spiel dauert, da man seine Möglichkeiten gut abwägen muss und dabei auch schauen muss welche Möglichkeiten man seinen Mitspieler bietet oder verbaut. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen ist auch die Variante für zwei Spieler sehr gelungen.

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala handelt davon dass die Spieler ihren Weg durch die Länder von 1001 Nacht mit ihren Karawanen das sagenumwobene Sultanat von Naqala erreichen. Der alte Sultan ist jüngst verstorben und der Thron von Naqala ist verwaist. Das Orakel kündete von Fremden, die da kommen würden um die Fünf Sippen zu lenken, alte Dschinn zu beschwören und um Macht und Einfluss im Sultanat zu ringen, auf dass einer von ihnen die Oberhand gewinne. Jeder Spieler ist einer dieser Fremdlinge, die sich in den berühmten Stadtstaat Naqala wagen, um zum Großsultan ausgerufen zu werden. Dazu bewegen sie die Meeples der verschiedenen Sippen von Ort zu Ort, um sie in Besitz zu nehmen und ihre Fähigkeiten zu nutzen. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala beginnt damit dass man die Plättchen mit den Oasen zufällig anordnet und jeweils 3 Meeple, wie die verschiedenfärbigen Spielsteine genannt werden, verteilt. Als erstes wird in jeder Runde um die Zugreihenfolge geboten. Anschließend bewegt der erste Spieler die Meeple mit dem Ziel ein Plättchen in Besitz zu nehmen. Dabei werden von einem beliebigen Plättchen alle Meeple in die Hand genommen und der Reihe nach wieder auf die Plättchen verteilt, dabei muss das letzte Meeple die gleiche Farbe wie eines der bereits auf dem Plättchen befindlichen Meeple haben. Anschließend können verschiedene Aktionen, je nach Meeple und je nach Plättchen durchgeführt werden. Als eine Art Joker fungieren dabei die Dschinne welche man sich kaufen kann und die für ihre Dienste zum Teil auch noch bezahlt werden müssen. Dafür kann man wertvolle Sonderaktionen durchführen, auch zählen die Dchinne selbst, sowie auch die Plättchen mit ihren Siegpunkten zum Sieg. Wenn man keine Meeple mehr bewegen oder kein Plättchen mehr in Besitz nehmen kann endet das Spiel und es gibt 8 verschiedene Möglichkeiten um Siegpunkte zu kassieren. Aber man wird nur sehr selten in allen Kategorien Siegpunkte verzeichnen können.

Inhalt der Spielschachtel

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala, Rechte bei Asmodee

Folgendes Spielmaterial findet sich in der Spielschachtel: 30 Plättchen,  2 Sätze Spielfiguren mit je 8 Kamelen und je 1 Spieler-Zuganzeiger,  2 Sätze Spielfiguren mit je 11 Kamelen und je 2 Spieler-Zuganzeigern,  90 Sippen-Spielfiguren (= Meeple) aus Holz in einem Beutel:  16 gelbe Wesire,  18 rote Meuchelmörder,  18 blaue Baumeister,  18 grüne Kaufleute,  20 weiße Älteste, sowie  12 Palmen und 10 Paläste,  22 Dschinnkarten,  54 Rohstoffkarten,  96 Goldmünzen,  1 Bietreihenfolge- und 1 Zugreihenfolge-Leiste, ein Block mit Wertungsblättern,  5 Spiel- und Dschinn-Übersichtsblätter und  1 Spielregelheft.

Das Spielmaterial ist schön gestaltet und scheint qualitativ hochwertig zu sein. Einzig warum die Spielplanplättchen doppelseitig bedruckt sind, blieb uns ein Rätsel. Mit einer neutralen Rückseite wäre die zufällige Positionierung einfacher.

Wir haben bei unserem Testspiel zu dritt um die Herrschaft Naqalas gebuhlt und es war ein sehr lustiges Spiel, das bis zuletzt spannend blieb. Das Spielprinzip selbst ist dabei recht einfach, wenn man es einmal richtig verstanden hat. Das wirklich Gute ist auch, dass es viele Möglichkeiten gibt den Sieg zu erringen und so spielt das Glück nur eine recht geringe Rolle. Wir haben es sogar geschafft, dass zwei Spieler genau gleich viele Punkte hatten, was bedeutet, dass beide das Land regieren. Überraschenderweise war der Spieler, den alle als möglichen Sieger im Auge hatten, derjenige mit den wenigsten Punkten.

Five Tribes – Die Dschinn von Naqala erschien im September 2014 bei Asmodee in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 50 bis 60 Minuten benötigt, inkl. Aufbau und Regeln durchgehen.
87% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
sehr viele Möglichkeiten um Siegpunkte zu erhalten
aber auch viele Möglichkeiten diese zu durchkreuzen
komplexe, vielschichtige Spielmechanismen
das Brettspiel ändert sich mit jedem Zug
schönes Spielmaterial
spannend und lustig bis zum Schluss
Negatives
längere Denkpausen, besonders gegen Ende des Spieles
Buntheit der Spielsteine lässt eigene Farbe aus den Augen verschwinden
die Dschinne können sehr mächtig sein

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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