Du hättest gehen sollen

| 11. Februar 2018 | 0 Comments

Du hättest gehen sollen vom österreichischen Schriftsteller Daniel Kehlmann ist das fünfzehnte Buch und eine recht kleine Erzählung. Es geht dabei um ein junges Ehepaar mit recht gewöhnlichen, aber ernsten Spannungen. Das erste Kind ist da, die frische Liebe ist verflogen, aber dann ist da das Haus, dieses Ferienhaus und dieser Ort ist kein gewöhnlicher Ort. Und plötzlich werden all seine Probleme völlig unwichtig.

Du hättest gehen sollen von Daniel Kehlmann, Rechte bei Rowohlt

Du hättest gehen sollen von Daniel Kehlmann, Rechte bei Rowohlt

Du hättest gehen sollen ist eine zu Beginn sehr verwirrende Erzählung, der man nicht so einfach folgen kann. Die Sprünge der einzelnen Gedanken und Ereignisse sind sehr groß und oft überraschend. Doch je mystischer diese Erzählung wird, desto klarer werden seine Worte. Das ist ein gelungener Kniff, bei welchem der in seinen Gedanken herumspringende Protagonist plötzlich erkennt, welche Gefahr da auf ihn lauert und das alles andere nebensächlich wird und er sich nur mehr auf diese neue Gefahr fokussiert. Die Erzählung ist schnell gelesen, aber auch schnell wieder verblasst.

Du hättest gehen sollen spielt in einem einsam gelegenen Ferienhaus. Tief unten liegt das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann – ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichen Komödie erwartet – schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes, wie eheliche Spannungen und Zwistigkeiten, aber vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht.

Daniel Kehlmann ist ein österreichischer Schriftsteller, der mit seinem fünften Buch Ich und Kaminski seinen Durchbruch als Schriftsteller feierte. Ein großer Erfolg war auch die Verfilmung des Buchs mit Daniel Brühl. Seinen bisher größten Erfolg war der Roman Die Vermessung der Welt, welcher ebenfalls erfolgreich unter der Regie von Detlev Buck verfilmt wurde. Daniel Kehlmann konnte auch als Theaterautor mit dem Theaterstück „Geister in Princeton“ für die Salzburger Festspiele reüssieren.

Der Rowohlt Verlag wurde von Ernst Rowohlt 1908 in Leipzig gründet. Schon seit den 1920er Jahren gehören besonders amerikanische Autoren zum Kern des Rowohlt-Programms und seit jeher wurde auch die deutschsprachige Literatur gepflegt. Das Grundanliegen des Verlags ist seit seiner Gründung das gleiche geblieben: gute und schön gestaltete Bücher einem großen Lesepublikum zugänglich zu machen.

Fotos: © Beowulf Sheehan/Rowohlt Verlag
Du hättest gehen sollen von Graham Norton ist im August 2017 bei Kindler, in der Übersetzung von Karolina Fell, als Hardcover und ebook erschienen.
74 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine solide Erzählung über ein mystisches Ferienhaus
je drängender die Gefahr, desto klarer die Sprache
die Erzählung wäre eine gute Grundlage für ein Theaterstück
Negatives
wirkt wie eine Fingerübung von Daniel Kehlmann
die Figuren bleiben doch recht blass
die Probleme des Ehepaars sind recht klischeehaft

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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