Dragon Kings – Die Welt

| 20. Februar 2016 | 0 Comments

Dragon Kings – Die Welt von Ulisses Spiele ist eine umfassende Weltbeschreibung und ist mit der Open Game License (OGL) kompatibel. Somit kann es für das Pathfinder Rollenspiel oder Dungeons & Dragons 3.5 benutzt werden. Dragon Kings ist ein Fantasysetting, dass den Kampf von Gut gegen Böse schildert und das verzweifelte Überleben in einer schwindenden Welt aufzeigt, die bis auf den letzten Tropfen geplündert wird.

Cover - Dragon Kings – Die Welt, Rechte bei Ulisses Spiele

Dragon Kings – Die Welt, Rechte bei Ulisses Spiele

Dragon Kings – Die Welt war ursprünglich eine Weltbeschreibung ohne Regeln, welche für verschiedene Systeme als Zusatz angeboten wurde. Von Ulisses Spiele wurde diese Weltenbeschreibung gleich mit den Pathfinder Regeln von Dragon Kings ergänzt. Khitus ist die Fantasy Version einer postapokalyptischen Welt, sie ähnelt Athas, hat aber genug eigene Merkmale um sich von seinem Vorbild zu unterscheiden. Wer also für seine Pathfinder Runde etwas völlig Neues sucht oder Welten wie Athas vermisst, hat hier eine wirklich gute Weltenbeschreibung. Praktisch ist auch dass man die alten Dark Sun Abenteuer ohne größeren Aufwand verwenden kann. Auch wenn die Weltbeschreibung zum Teil recht trocken und manches Mal sogar sehr öde wirkt, ist es eine gelungene Weltbeschreibung geworden. Man muss sich aber bewusst sein dass vieles was man liest kaum regeltechnisch unterlegt wurde, sodass es dabei viel Interpretation von Seiten des Spielleiters bedarf.

Dragon Kings – Die Welt handelt von Khitus, einer Welt über die in vergangenen Tage, in der die Drachenkönige wohlwollend herrschten und die Stadtstaaten der Inneren Seen gediehen unter ihren Schwingen. Doch diese Zeit liegt nun begraben unter Sand und Staub. Über die Jahrhunderte zogen sich die Drachenkönige aus der Welt zurück und in ihrer Abwesenheit erhob sich das Böse. Gier, Krieg und Krankheiten erhoben sich, um das Land zu verwüsten. Nun wird nur noch hinter vorgehaltener Hand über die Drachenkönige gesprochen, aus Furcht ihren Zorn zu erregen. Sie überblicken die ungezügelte Plünderung von Khitus, bei der alles von Wert gestohlen wird. Ihre Plünderer stehlen alles: Metalle, Edelsteine und auch Nahrungsmittel und Waffen und führen die Schwächsten in Ketten ab. Durch mächtige Magie lenken sie ganze Flüsse um und behalten selbst die Wolken für sich, sodass nur ein aufgebrochenes Ödland voller Knochen und Verzweiflung zurückbleibt. Khitus ist eine Welt, die Helden braucht. Aber wer stellt sich den bösartigen Drachenkönigen entgegen?

Ein wichtiges Merkmal und auch Manko der Welt ist der sogenannte Zauberzorn, eine unwillkommene Nebenwirkung beim Zauberwirken bzw. entsteht er durch das Anzapfen des Magiereservoirs dieser Welt. Der Spieler kann das mit einem Konzentrationswurf verhindern, und selbst wenn das nicht gelingt passiert in 3 von 4 Fällen nichts. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass während der Spielsitzung doch einige Male der Zaubererzorn zuschlägt. Das reicht dann von Schmerzen bishin zur Alterung des Spielers um eine Kategorie. Aber es kann auch zu einer Heuschreckenplage kommen. Dies ist aber nur zum Teil regeltechnisch ausgearbeitet, sodass es auch hier viel Interpretationsspielraum gibt und ein Spielabend plötzlich eine ganz andere Richtung einschlagen kann.

Neben den üblichen Völkern, werden hier auch einige völlig neue vorgestellt und einige sind recht gut für Spieler geeignet.

  • Attiter: Menschliche Unterhändler und Friedensstifter.
  • Chindi: Menschliche Händler und Krieger an den Rändern der bekannten Welt.
  • Kalthäute/Oritahl: Echsenmenschen aus den Sümpfen, deren Intelligenz immer weiter zunimmt.
  • Krikis: Käfermenschen, die Leuchterz horten.
  • Makadaner: Eine menschliche Kriegerkultur und die Herkunft vieler khitanischer Söldner.
  • Nordor: Menschliche barbarische Steinschneider aus dem kalten Norden.
  • Pachyauren: Elefantauren des Äquators.
  • Penmaii: Waghalsige akrobatische Humanoide mit Greifschwänzen.
  • Prajalu: Kurz gewachsene Menschen, die als Giftmischer und Kinderdiebe gefürchtet sind.
  • Watu: Elefantauren-Sklavenhändler.

Dragon Kings – Die Welt erinnert nicht ungefähr an Dark Sun, der ehemaligen Kampagnenwelt welche von TSR für das Rollenspielsystem Advanced Dungeons & Dragons (2. Edition) im Jahr 1991 veröffentlicht wurde, schließlich ist doch einer der Autoren, Timothy Brown, ein Autor beider Welten. In der Zusammenarbeit mit Troy Denning konnte Brown nicht alle seiner Ideen so umsetzen, wie jetzt in diesem Buch. Dafür hat er dann bereits mit seinem Dark Sun Supplement Dragon Kings schon einiges vorweggenommen, was sich nun hier wiederfindet. Man kann also sagen Timothy Brown konnte nun, 25 Jahre nach der Veröffentlichung von Dark Sun, seine Version der Welt veröffentlichen.

Die Welt selbst ist, vor allem was ihre Geographie betrifft sehr, sehr umfassend beschrieben. Umso bedauerlicher ist das völlige Fehlen einer beiliegenden Karte, welche man auf 7 Seiten inmitten des Buches verteilt hat. Auch sehr bedauerlich ist das Fehlen eines Index, vor allem wenn man als Spielleiter die Welt selbst noch nicht so gut kennt Was mich persönlich sehr irritiert hat sind die Götter, welche eher wie mächtige Monster wirken, welche im Verlauf der Geschichte erschlagen wurden.

Das Fantasy Kampagnensetting Dragon Kings – Die Welt mit Regeln für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder wird in deutscher Übersetzung von Ulisses Spiele seit Mai 2015 als gebundene Ausgabe und als pdf herausgebracht.
76% / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine Welt von Dark Sun Co-Autor Timothy B. Brown
sehr umfassende geographische Beschreibung
interessante Ansätze zu Magie und Götter
Negatives
das Buch ist teilweise spröde und trocken geschrieben
der Zauberzorn ist zu gefährlich und bricht zu oft aus
vieles ist regeltechnisch nicht unterlegt

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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