Die Villa des Paten

| 2. Oktober 2016 | 5 Comments

Die Villa des Paten von Jörg Domberger erscheint beim Gmeiner Verlag und bezeichnet sich selbst als Krimi-Kartenspiel für Teamplayer. Es gilt den Paten zu verhaften, doch dieser wird von seinen Leibwächtern beschützt. Die Spieler müssen diese Leibwächter einzeln ausschalten damit ihnen schlussendlich dieser große Fang ins Netz geht.

Kartenspielschachtel - Die Villa des Paten, Rechte bei Gmeiner Verlag

Die Villa des Paten, Rechte bei Gmeiner Verlag

Die Villa des Paten ist eines der Spiele, welche in der Beschreibung aufregender klingen, als sie sich leider spielen. Positiv anzumerken ist dass nicht nur die Spielanleitung gut geschrieben ist, sondern dass es mehrere Versionen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gibt. Das Spiel ist dabei ein echtes Familienspiel und eignet sich sehr gut für den Urlaub. Die Komplexität bleibt aber in jeder der Varianten recht gering und in den meisten Fällen wird es ein leichtes sein den Paten zu besiegen.

Die Villa des Paten handelt von von der Festnahme des berüchtigten Paten. Nach monatelangen Ermittlungen gegen den berüchtigten Paten liegen nun endlich alle Beweise vor, um den gerissenen Verbrecher dauerhaft hinter Schloss und Riegel zu bringen. Jetzt stellt sich nur die Frage wie dieser festgenommen werden kann. Seinen Aufenthaltsort – eine Villa inmitten eines großen Parks – kennen die Ermittler zwar längst, doch wird der Pate dort ständig von 13 Leibwächtern beschützt, die zu allem bereit sind. Nur einem Team aus ebenso klugen wie entschlossenen Polizisten kann es gelingen die skrupellosen Gangster auszuschalten und in die Höhle des Löwen vorzudringen. Beweisen Sie Mut und schnappen Sie gemeinsam den Paten, doch aufgepasst, dass Ihnen am Ende nicht die Luft ausgeht!

Die Villa des Paten beginnt mit der Wahl des Parten, der Aufteilung seiner 13 Leibwächter und der vorgegebenen Platzierung dieser. So entsteht eine Art Gitter. Auf jeder Rückseite der Leibwächterkarten ist die Zahl der Symbole angeführt und die Information ob eines der vier möglichen Symbole nicht vorhanden sein wird, oder an welcher Stelle ein bestimmtes der vier Symbole sein wird.

Unter den Spielern werden die Polizeikarten aufgeteilt. Auf den meisten findet sich eines der vier Symbole, auf ein paar 2 und auf den Jokerkarten alle 4 möglichen Symbole. Zu Beginn des Spiels zieht jeder Spieler 4 Karten von seinem Stapel und legt sie offen vor sich hin. Jetzt gilt es gemeinsam den ersten Leibwächter auszuwählen und umzudrehen. Der Reihe nach müssen die Spieler die aufgezeigten Symbole ablegen, kein Spieler darf übersprungen werden. Hat man das notwendige Symbol nicht, kann man 2 Karten mit gleichem Symbol ablegen. In jedem Fall zieht man eine Karte nach. Jede Leibwächterkarte hat auch ein Symbol, dieses darf ein beliebiger Spieler aus den abgelegten Karten nehmen und, sofern er zur Zeit 4 Karten hat, unter seinen Kartenstapel legen, oder bei weniger als 4 Karten auf die Hand nehmen und offen vor sich ablegen.

Gelingt es den Spieler den Paten zu verhaften bevor ihnen die Karten ausgehen haben sie gewonnen, andernfalls kann der Pate entkommen. Für ein wenig Abwechslung sorgen die verschiedenen Varianten des Spiels, welche in der Anleitung beschrieben sind.

Den Marker für den Einsatzleiter, damit wird der ausgewählt Leibwächter markiert, haben wir dafür zweckentfremdet anzuzeigen welcher Spieler zuletzt eine Bonuskarte bekommen hat, damit diese nicht ungleich verteilt werden und ein Spieler gegen Ende ohne Karten dasteht. Bei mehreren Versuchen in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden ist es uns immer gelungen den Paten zu fassen. Es scheint so als müsste man schon Pech haben, damit man es nicht schafft. Womöglich waren wir aber auch einfach zu gut organisiert und zu taktisch. Bei Familien mag dies etwas anders sein und Kinder bzw. Jugendliche lernen taktisches Vorgehen damit. Hier ist es auch gut, dass die Karten offen liegen und man zusammenspielt. So können Eltern oder ältere Geschwister den jüngeren Mitspielern helfen.

Die Villa des Paten wurde von Spieleautor Jörg Domberger erfunden, der Autor von rund einem Dutzend Spiele ist. Zuletzt erschien Geheimsache von ihm beim Gmeiner Verlag worüber wir hier berichtet haben.

Die Villa des Paten erschien im Juli 2016 beim Gmeiner Verlag in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 20 bis 30 Minuten pro Partie benötigt.
67 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein vergnügliches Spiel für die ganze Familie
eine sehr gut beschrieben Spielanleitung
vier Spielvarianten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad
Negatives
Schwierigkeitsgrad ist ziemlich gering
dem Spielablauf fehlt es ein wenig an Tiefe
bessere Aufteilung in der Spielschachtel wäre für Reisen praktisch gewesen

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Category: Kartenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (5)

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  1. avatar Jörg Domberger sagt:

    Kann es sein dass ihr immer mit allen Polizeikarten gespielt habt?
    Eigentlich nimmt man je nach Schwierigkeitsgrad nicht alle sondern stets weniger Polizeikarten….

    • avatar kvm sagt:

      Nein, wir haben in späteren Runden die Gesamtstärke der Leibwächter zusammengezählt und mit der gleichen Anzahl von Polizeikarten gespielt, einmal sogar mit nur 3 Handkarten.

      Aber womöglich haben wir zu taktisch und „ernst“ gespielt bzw. hatten einfach zu viel Glück auf unserer Seite. Und wir haben den Tipp im Regelheft, das man noch weniger Polizeikarten verwenden könnte nicht befolgt. Aber wir finden durchaus für die Familie ist es ein vergnügliches Spiel.

      • avatar Jörg Domberger sagt:

        Habt ihr auch die Expertenversion gespielt?

        • avatar kvm sagt:

          Selbstverständlich, aber die Rückseite der Karten gibt einen guten Hinweis was benötigt wird. Und wir haben uns sehr gründlich überlegt wer von uns den Einsatz leitet. Auch haben wir uns sehr genau überlegt wer die Bonuskarte, falls möglich bekommt. Die Anleitung selbst ist ja sehr gut geschrieben, man findet sich sehr schnell zurecht.

  2. avatar Jörg Domberger sagt:

    Fein dass die Anleitung für euch OK ist. Und auch gut dass man mit gründlicher Überlegung erfolgreich ist.
    So soll es sein 🙂

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