Die Quacksalber von Quedlinburg

| 12. Mai 2019 | 0 Comments

Einmal im Jahr öffnet der Basar von Quedlinburg für 9 Tage seine Tore und in dieser Zeit werden diverse Tränke und Tinkturen gebraut, gegen Schluckauf, Männergrippe oder Schweißfüße, zum Beispiel. Doch nur richtig gute Tränke bringen gute Einnahmen und es passiert schneller als man denkt, dass ein Kessel explodiert. Wir haben es gespielt.

Die Quacksalber von Quedlinburg - Cover

Die Quacksalber von Quedlinburg – Cover, Rechte bei Schmidt Spiele

Im Spiel Die Quacksalber von Quedlinburg kocht jeder der bis zu vier mitspielenden Quacksalber sein eigenes Süppchen. Zutat um Zutat wird aus dem eigenen, im Laufe des Spiels selbst zusammengestellten Vorratsbeutel gezogen. Doch man sollte aufpassen, denn eine Prise zu viel von den Knallerbsen und die ganze Mischung ist verdorben. Da heißt es geschickt zur rechten Zeit aufhören und lieber nur eine kleine Portion zu kochen, um mit den gewonnenen Erträgen noch wertvollere Zutaten für den Vorratsbeutel zu erwerben. Dann wird der nächste Trank sicher noch besser und bringt viele wertvolle Siegpunkte ein.

Zunächst wird das Spiel vorbereitet. Dazu wird der Startspieler bestimmt, die Wahrsagerkarten bereitgelegt, genauso wie die Siegpunkteleiste. Ein paar Startzutaten werden in den Vorratsbeutel eines jeden Spielers gegeben, die restlichen Zutaten werden nach Wert in Haufen bereitgelegt. Schließlich wählt man die Zutatenbücher für diese Partie aus, gibt jedem Spieler einen Kessel, seine Marker und startet das Spiel. Wer nach 9 Runden die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

Zunächst wird geschaut, ob der Rattenmarker angewendet wird. Das ist erst ab der 2. Runde möglich, da nur Spieler, die mit den Siegpunkten zurückliegen hier einen kleinen Bonus bekommen. Dann zieht jeder Spieler gleichzeitig Chips aus seinem Beutel und legt sie in den Kessel. Dabei zeigt der Wert auf den Zutaten an, wie viele Felder nach dem letzten Chip der neue platziert wird. Das ist auch in der Spielanleitung sehr gut erklärt. Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, ist eigentlich ganz einfach. Jedenfalls zieht man so lange, bis man einen gewissen Wert von weißen Chips erreicht hat. Die Werte auf diesen Chips dürfen maximal 7 ergeben, kommt man darüber explodiert der Trank und man darf entweder keine neuen Ressourcen kaufen oder bekommen keine Siegpunkte. Es gilt also abzuwiegen, ob man es riskiert noch mehr Chips zu ziehen, oder ob man den Trank lieber etwas früher beendet und der Kessel dafür nicht explodiert.

Sind alle Spieler damit fertig, beginnt die Auswertung. Wer es am weitesten im Kessel geschafft hat, darf den Würfel werfen und erhält einen Bonus. Anschließend handelt man Nach-dem-Ziehen-Effekte der Bücher ab, erhält eventuell Rubine, sowie Siegpunkte und kann sich neue Ressourcen kaufen. Schließlich kann man Rubine noch eintauschen, dann geht die nächste Runde los. Nach 9 Runden gibt es noch die Möglichkeit ein paar zusätzliche Siegpunkte mit Material zu kaufen, dann steht der Sieger des Spiels fest.

Die Quacksalber von Quedlinburg - Spielmaterial

Die Quacksalber von Quedlinburg – Spielmaterial, Rechte bei Schmidt Spiele

Auch wenn man recht viel nebeneinander her spielt, schließlich zieht jeder Spieler für sich aus seinem Beutel, ist das Spiel doch spannend und man überlegt taktisch wie lange man zieht und welches Risiko man eingeht. Durch die 9 Runden gleicht sich das Ziehglück meistens halbwegs gut aus und jeder hat eine ähnlich hohe Chance zu gewinnen. Trotzdem werden meistens die Spieler eher vorne liegen, die etwas mehr riskieren. Blöd ist es nur, wenn der Kessel zu oft explodiert. Der Glückfaktor ist durch das Ziehen durchaus gegeben, aber hat uns nicht so arg gestört. Ein bisschen negativ fanden wird, dass der Gewinner fast zu viel belohnt wurde. Wer mehrere Runden gewinnt hat schon einen ziemlich komfortablen Vorsprung. Außerdem ist das feine Material des Beutels für etwas raue Hände ein bisschen unangenehm, aber das nenne ich Luxusproblem. Insgesamt hatten wir bei unserem Test mit 4 Spielern sehr viel Spaß und es war sowohl Spannung als auch Abwechslung gegeben.

Die Spielanleitung ist gut zu lesen und das Spiel wird einfach, sowie mit Beispielen, erklärt. Das Spielmaterial wirkt robust und farbenfroh. Durch die unterschiedlichen Zutatenbücher spielen sich unterschiedliche Partien etwas anders, sodass genug Abwechslung geboten wird. Das Spiel kann von 2 bis 4 Spielern ab 10 Jahren gespielt werden.

Autor des Spiels ist Wolfgang Warsch, ein österreichischer Molekularbiologe und Spielautor. 2015 wurde sein erstes Spiel Dream Team veröffentlicht. Im Jahr 2018 erschienen dieses Brettspiel, die Kartenspiele Illusion, sowie The Mind und das Würfelspiel Ganz schön clever. Die Quacksalber von Quedlinburg wurden außerdem als Kennerspiel des Jahres 2018 ausgezeichnet. Mittlerweile wurden bereits 12 seiner Spiele veröffentlicht.

Die Quacksalber von Quedlinburg ist bei Schmidt Spiele im Februar 2018 erschienen. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 45 bis 50 Minuten pro Partie benötigt.
79 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
optisch gelungen und bunt
gute Spielanleitung, schnell erklärt
kurzweiliges Spiel
gute Mischung aus Taktik und Risiko
Variation & Abwechslung durch verschiedene Zutatenbücher
Negatives
Zocker-Elemten sehr hoch
Glücksfaktor durch das Plättchen-Ziehen
Gewinner wird etwas zu viel belohnt
Material des Beutels

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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