Die Libelle

| 24. April 2019 | 0 Comments

Die Libelle, nach einer Idee von Laura Hastings-Smith, ist eine britisch-amerikanische Fernsehserie von BBC One und AMC aus dem Jahr 2018. Das Drehbuch basiert dabei auf dem gleichnamigen Roman des britischen Schriftstellers John le Carré aus dem Jahr 1983. Es ist eine zerbrechliche Liebesgeschichte und ein tiefgründiger Thriller, der die Grenzen zwischen Held und Bösewicht, Liebe und Hass auf faszinierende, wie gefährliche Weise verschwimmen lässt.

Die Libelle, Rechte bei Universal

Die Libelle, Rechte bei Universal

Die Libelle besticht durch die sehr detailgenaue Umsetzung der Romanvorlage und durch die dichte Story. Es geht um die Frage welche Zwecke welche Mittel rechtfertigen und ob man als Individuum bestehen kann, wenn man Teil einer solchen konspirativen Situation geworden ist, in der man sich selbst, oder Teile seiner Persönlichkeit aufgeben muss, um jemand völlig anderes zu werden. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob man, wenn man lange genug in den Abgrund blickt, auch den Abgrund in sich selbst erblickt. Man kann sich nicht völlig abschotten, den wenngleich die Methoden abzulehnen sind, das Leid und die Armut, die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind echt und fühlbar.

Auch wenn die selbe Produktionsfirma hinter Die Libelle steht, wie schon bei The Night Manager, ebenfalls einer Miniserie eines John le Carré Spionageromans, so kommt diese Miniserie nicht ganz an die eben erwähnte heran. Vor allem die Bildsprache von Kameramann Woo-hyung Kim ist nicht so gelungen und auch wenn die 1970er Jahre sehr lebendig werden, fehlen doch oft die eindrucksvollen Szenen, die einen einzig durch ihr Bild fesseln. Die Dialoge sind durchaus ansprechend und die Geschichte wird sehr spannend präsentiert.

Die Libelle spielt in den späten 1970er Jahren und erzählt die Geschichte von Charlie (Florence Pugh), einer leidenschaftlichen, aber unerfüllten britischen Schauspielerin und Idealistin, deren Willenskraft auf die Probe gestellt wird, als sie auf den mysteriösen Becker (Alexander Skarsgård) trifft. Schnell wird klar, dass Becker andere Absichten hat, als er vorgibt, und Charlie wird in ein komplexes Spionage-Netz des skrupellosen und fanatischen Geheimdienstchefs Kurtz (Michael Shannon) verstrickt.

Im „Theater der Wirklichkeit“ spielt Charlie als Doppelagentin die Rolle ihres Lebens, doch trotz ihres Talents für die gestellte Aufgabe gerät sie immer tiefer in eine gefährliche Welt der Scheinheiligkeit, Lügen und missachteten Menschlichkeit. Während die feinen Grenzen zwischen Liebe und Hass, Wahrheit und Fiktion, sowie Recht und Unrecht unweigerlich verschwimmen, entwickelt sich eine spannende und explosive Geschichte über Spionage und riskante internationale Intrigen, bei denen sehr viel auf dem Spiel steht.

John le Carré hatte ein bewegtes Leben. Sein Vater war ein mehrfacher Hochstapler und Betrüger, der ihn beeinflusste. Außerdem war der Autor mehrere Jahre lang Geheimagent beim britischen Geheimdienst. Er weiß also wovon er schreibt und „Der Spion, der aus der Kälte kam“ hat er, wie er später einmal in einem Interview erzählte, geschrieben, als er „in Beruf und Privatleben zutiefst unglücklich war“. Zu seinem Œuvre zählen mehr als zwei Dutzend Bücher, die vorwiegend im Spionage-Milieu des Kalten Kriegs spielen und die größtenteils sehr erfolgreich verfilmt wurden.

Die Libelle, bestehend aus 6 Folgen zu je ca. 60 Minuten, wird mit einem nüchternen Bild mit kontrastreichen Farben im Format 16:9 Widescreen (1,78:1) geboten. Der gute Ton wird u.a. auf Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1 präsentiert. Unter den Extras findet sich folgendes Bonusmaterial:

  • A look at the series
  • The director: Park Chan-Wook
  • Meet the characters
  • The look & design

Die Libelle (The Little Drummer Girl) von Universal ist ab 23. Mai 2019 mit FSK 16 auf DVD verfügbar. Wir haben die DVD auf der Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.

87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine sehr gelungene Umsetzung der Buchvorlage
die Geschichte wird spannend und dicht erzählt
vor allem Michael Shannon überzeugt in seiner Rolle
es gibt nicht nur Gut und Böse in klarer Definition
die 1970er werden recht lebeding dargstellt
Negatives
reicht nicht an The Night Manager heran
die Bildsprache ist recht schwach

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Category: Filme, TV Serien

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Ich liebe Theater und Kinofilme schon seit ich ein kleiner Junge war. Ich hatte das Glück, selbst einmal reinschnuppern zu können und kenne daher auch den Blick hinter die Kulissen. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören Klassiker wie Der Pate I + II, Casablanca, Western wie Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod, österreichische Filme wie Der Bockerer, Extrablatt, aber auch Zeichentrickflime wie Das letzte Einhorn, Mary & Max, Literaturverfilmungen wie Die Verurteilten, Komödien wie Sein oder Nichtsein, Don Camillo und Peppone, Serial Mom und viele mehr.... Ich bin also regelmäßiger Besucher in Kinos und werde euch über diese Besuche auf weltenraum.at erzählen.

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