Die Geheimnisse von Grangor

| 29. August 2015 | 0 Comments

Die Geheimnisse von Grangor ist ein Sammelband mit den beiden klassischen DSA Abenteuern Die Bettler von Grangor, von Dorothea und Stefan Schulz, und Die Kanäle von Grangor, von Ulrich Kiesow, aus dem Jahr 1988, überarbeitet und ergänzt von Jens Matheuszik. Ebenfalls in dem Abenteuerband ist eine recht umfangreiche Stadtbeschreibung von Grangor enthalten inkl. einem halben Dutzend Anregungen für weitere Abenteuer.

Rollenspielabenteuer Cover

Die Geheimnisse von Grangor, Rechte bei Ulisses Spiele

Die Geheimnisse von Grangor bietet zwei klassische Stadtabenteuer, wobei die Bettler von Grangor eindeutig das stärkere ist, während die Kanäle von Grangor, auch wenn die Bettler von Grangor ein Folgeabenteuer bekam, wohl das Abenteuer ist das die stärkere Auswirkung auf Aventurien selbst hat. Auch wurde zum ersten Mal der Dreizehnte in diesem Abenteuer thematisiert. Die Bettler von Grangor sind ein fast klassisches Detektivabenteuer, eine schreckliche Mordserie erschüttert Grangor, die Helden sind gefordert herauszufinden wer der Mörder ist. Das Abenteuer Die Kanäle von Grangor ist ebenfalls ein detektivisches Abenteuer, hat aber einen besonderen Handlungskniff und ist auch das komplexere Abenteuer. Sehr gelungen ist der Abschnitt über Rollenspiel in Grangor, in dem einerseits Tipps für Stadtabenteuer im Speziellen natürlich für Grangor gegeben werden und in dem andererseits auch stark auf die beiden Abenteuer eingegangen wird. So werden die wichtigsten Merkmale von Grangor: die strengen Waffengesetzen, die Archtiktur der Stadt der Kanäle und die besondere Mentalität der Grangorer, welche ein eher kaufmännisches Naturell haben und große Gefühlsanwandlungen eher ablehnend gegenüberstehen, beschrieben.

Den Spielern hat gut gefallen dass man bei Bettler von Grangor von der Mordserie und den wichtigsten Eckdaten bereits zu Beginn des Abenteuers erfährt und somit während der Reise nach Grangor schon ziemlich spekulieren kann wer der Mörder ist. In Grangor selbst gibt es dann noch eine überraschende Wendung. Bei Kanäle von Grangor gefiel ihnen sehr dass sie Aventurische Geschichte direkt erleben konnten. Mir als Meister hat besonders gut gefallen dass es für viele Kapitel dezitierte Musikvorschläge gibt. Grundsätzlich kann man sagen dass beide Abenteuer auch 25 Jahre nach ihrem Erscheinen, wohl auch Dank der vielen kleinen Anpassungen, noch immer spielenswert sind und den Vergleich mit aktuellen Abenteuer nicht zu scheuen brauchen.

Die Geheimnisse von Grangor bietet zwei Abenteuer, welche in einer der ältesten und schönsten Städte Aventuriens spielen. Die Stadt ist berühmt für ihre malerische Architektur und ihre mächtigen Handelshäuser, die ihren Wohlstand und den Stadtfrieden sichern. Wer stört diesen Frieden, indem er eine Patrizierfamilie nach der anderen ins Unglück stürzt? Welche Rolle spielen dabei die allgegenwärtigen Bettler von Grangor? Und welche Geheimnisse lauern in den dunklen, verwinkelten Kanälen, die die gesamte Stadt wie ein Netzwerk durchziehen? Nur den Mutigsten wird es vergönnt sein im Kampf der Götter die Vernichtung des stolzen Grangors zu verhindern.

Die Geheimnisse von Grangor bestehen aus fünf großen Kapiteln. Nach einer kleinen Einleitung, welche die Neuauflage, die sich regeltechnisch an der 3. Edition von DSA orientiert, während die beiden Abenteuer ursprünglich für die 2. Edition veröffentlicht wurden, thematisiert, gibt es das Abenteuer Die Bettler von Grangor, welches auch eine lockere Anknüpfung an das Abenteuer Der Strom des Verderbens anbietet. Danach folgt das etwas kleinere Abenteuer Die Kanäle von Grangor. Beide Abenteuer haben in ihren Anhängen die Beschreibung der wichtigsten NSCs, sowie auch einige Handouts. Das nächste Kapitel Grangor – Stadt der Kanäle beschreibt die Stadt und ihre Bewohner und bietet einen kleinen Einblick in die Kultur und die Lebensweise dieser Stadt.

Dem folgt ein halbes Dutzend an Abenteuer- und Szenarioanregungen, inklusive zufälliger Begegnungen in Grangor, mit denen man recht schnell die Stadt sehr lebendig gestalten kann. Den Abschluss bildet Grangor im Überblick wo zwei recht ausführliche Zeittafeln zu finden sind, welche die Geschichte der Stadt vor den Abenteuern, aber auch danach bis in Jahr 2516 Horas, mittlerweile ist die aktuelle Geschichtsschreibung von DSA bereits 12 Jahre weiter, bietet. Daher ist auch die Übersicht in welchen weiteren Publikationen Grangor zu finden ist auch nicht mehr aktuell. Gerade das hätte man bei der Überarbeitung vielleicht auch weiter bearbeiten können. Interessant ist Grangor von A bis Z, wo stichwortartig die wichtigsten Begriffe aufgelistet sind.

Die Geheimnisse von Grangor von Ulisses Spiele ist seit 04. November 2014 als pdf in der überarbeiteten Version von 2001 erhältlich und wir haben bei den beiden Abenteuer, welche wir in 2 Spielsitzungen von je 6 Spielstunden bewältigen konnten, mit 4 SpielerInnen und 1 Spielleiter auf der Basis des pdfs gespielt. Die Softcover Ausgabe ist vergriffen.
80% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
Die Abenteuer sind auch nach 25 Jahren noch spannend
Abenteuer wurde sehr gut überarbeitet und angepasst
ausführliche Stadtbeschreibung mit guter Zeittafel
ein halbes Dutzend Abenteuervorschläge
Negatives
mittlerweile weitere 12 Jahre verstrichen
Um Bettler von Grangor zu lösen muss man ein wenig um die Ecke denken
Die beiden Abenteuer wurden leider nicht auf DSA 4 bzw. 5 adaptiert

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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