Die ewigen Toten

| 24. Februar 2019 | 0 Comments

Die ewigen Toten von Simon Beckett ist der sechste Kriminalroman über den fiktiven forensischen Anthropologen David Hunter. Diesmal muss sich David Hunter nicht nur mit seiner Vergangenheit und einer Leiche am Dachboden eines aufgelassenen Krankenhauses herumschlagen, sondern auch mit einem jungen Konkurrenten und dem eigenen Ego.

Die ewigen Toten von Simon Beckett, Rechte bei Wunderlich

Die ewigen Toten von Simon Beckett, Rechte bei Wunderlich

Die ewigen Toten beginnt recht ruhig und bleibt auch lange Zeit recht unaufgeregt, wenngleich kurz zu Beginn durchaus Spannung aufkommt, als man zwei eingemauerte Leichen findet. Es werden einige Fragen und im Laufe der Zeit einige Verdächtige präsentiert, doch dann passiert zunächst nicht besonders viel. Auch die Auflösung ist zum Teil so an den Haaren herbeigezogen, selbst wenn Kommissar Zufall ein wichtiger Bestandteil ist, hier wird es ziemlich übertrieben.

Besser gefiel mir dabei, wie immer, sein ruhiger, aber flüssig zu lesender Schreibstil und auch, dass er die Vergangenheit von David Hunter und wohl auch seine Zukunft mit einer neuen Liebe, aus den letzten Romanen, hier weiterspinnt. Und man merkt mit dem neuen Glück auch, wie sehr sich David selbst verändert hat. Diese Aspekte sind besonders gut gelungen und auch der Kampf mit seinem eigenen Ego und dem des jungen Konkurrenten, der plötzlich auftaucht und sich versucht breit zu machen.

In die ewigen Toten ermittelt der forensische Anthropologe in einem verlassenen Krankenhaus mit schreckensreicher Vergangenheit. Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.

Der britischer Journalist und Autor Simon Beckett hatte nach seinem Abschluss mit einem Master of Arts in englischer Sprache eine Vielzahl an unterschiedlichen Jobs, bevor er als freiberuflicher Journalist für einige britische Tageszeitungen gearbeitet hat. Nach seinem großen Erfolg mit Die Chemie des Todes, dem ersten David Hunter Roman, konnte er sich vollständig auf sein Leben als Autor konzentrieren und ein halbes Dutzend weiterer Krimis über den forensischen Anthropologen schreiben.

Anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur, vom Thriller bis zum Liebesroman, wird im 1926 gegründeten Wunderlich Verlag, welcher seit 1985 Teil des Rowohlt Verlags ist, groß geschrieben. Heute finden spannende Thriller und Kriminalromane ebenso ihren festen Platz im Programm wie gefühlvolle Bücher für ein anspruchsvolles weibliches Publikum, historische Romane oder Humor. Die ewigen Toten erschien im Original unter dem Titel The Scent of Death bei Bantam Books.

Fotos: Malte Braun und Wunderlich
Die ewigen Toten von Simon Beckett in der Übersetzung von Karen Witthuhn und Sabine Längsfeld ist seit Februar 2019 bei Wunderlich als gebundene Ausgabe und ebook erhältlich.
81 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
David Hunter hat sich weiterentwickelt
sehr flüssig geschrieben und gut lesbar
die Vergangenheit ist nicht vergessen
Davids Kampf mit seinem Ego ist gelungen
Negatives
Kommissar Zufall wird hier überstrapaziert
es fehlt dem Krimi ein wenig an Spannung
die Auflösung ist ein wenig seltsam

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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