Descent: Die Reise ins Dunkel 2. Edition

| 31. Januar 2013 | 0 Comments

Wer Spiele wie Hero Quest oder den Vorgänger Descent kennt (und liebt), kommt eigentlich an Descent 2 nicht vorbei. Wen Fantasy Settings ansprechen oder wer an kooperativen Brettspielen interessiert ist (bzw sogar beides), sollte hier ebenfalls weiterlesen. Wir haben uns die verbesserte Neuauflage von Descent angeschaut.

Descent spielt in der Fantasy Welt Terrinoth. Die Helden kämpfen sich durch unterschiedliche Gegenden, durch Landschaften oder Verliese um Monster zu bezwingen, Schätze zu finden und Aufgaben zu erledigen. Im Team sprechen sie sich über die nächsten Züge ab und versuchen den „Overlord“, der ihnen Monsterhorden und Zaubersprüche entgegenwirft, in die Knie zu zwingen. Der Part des Overlords wird von einem der Spieler übernommen und verkörpert den bösen Widersacher der Helden.

Descent: Die Reise ins Dunkle 2. Edition Box. Rechte beim Verlag.

Descent: Die Reise ins Dunkel Zweite Edition Box. Rechte beim Verlag.

Dieser ist zwar mit mehr Möglichkeiten ausgestattet als in der Vorgänger Version oder älteren ähnlichen Spielen, jedoch sind die Helden meistens im Vorteil. Geschicktes Kombinieren von Boni hilft den Spielern schnell sich durch die Monstergruppen zu schnetzeln und der Overlord muss häufig klein beigeben. Begehen die Spieler jedoch Fehler, agieren zu zögerlich oder arbeiten nicht als Team zusammen, hat auch der Overlord seine Chance auf einen Sieg. Talentierte Overlords können vor allem in der zweiten, entscheidenden Szene punkten. In der ersten Szene ist die Heldengruppe meist im Vorteil und kann Boni für die zweite Szene herausholen.

Die Abenteuer können einzeln und unabhängig voneinander gespielt werden, im Kampagnenmodus gibt es jedoch Bonus-Belohnungen für die Gewinner und Ereigniskarten für die Reise, die die Ausgangsposition des eigentlichen Abenteuers mitbestimmen.

Wie schon zuvor gibt es unheimlich viel Material, jedoch bleibt Descent 2 zB bei der Auswahl an Helden (lediglich 8 Stück, 2 pro „Charakterklasse“) stark hinter dem Vorgänger zurück. In kommenden Erweiterungen sollen aber weitere hinzukommen.

Für Besitzer der Vorversion gibt es ein Upgrade-Kit mit dem alle bisher erschienenen Materialien in die 2. Edition integriert werden können. So hat der Overlord die volle Auswahl an Monstern, die Spieler können aus einer größeren Anzahl an Helden wählen etc. Die Bodenplatten aus dem ersten Teil sind leider nicht kompatibel, da man sich für eine andere, stabilere Ausführung entschieden hat.

Das Spiel wurde im Original von Fantasy Flight Games herausgebracht, auf Deutsch erscheint das Spiel beim Heidelberger Spieleverlag. Als Autor zeichnet sich Kevin Wilson verantwortlich, der Genre-Kennern bereits bei Arkham Horror oder beim Game of Thrones Brettspiel aufgefallen sein könnte.

Die Spieldauer ist sehr unterschiedlich, das Einstiegsszenario ist recht schnell abgehandelt, ca. 20 Minuten, andere Abenteuer (mit 2 Szenen) können auch an die zwei Stunden dauern, abhängig vom Planungsverhalten bzw Diskussionsbedarf der Mitspieler. Besitzer der Vorversion können jedoch aufatmen, die Szenarien ufern zeitmäßig nicht so aus wie früher, die Spielzeit bleibt also überschaubarer. Das Einstiegsabenteuer bietet einen guten (und kompakten) Einstieg ins Spiel, solange zumindest einer der Spieler sich dem Regelstudium gewidmet hat, wird der Einstieg rasch klappen.

Alles in allem ein packendes Brettspiel und für mich als Liebhaberin von Spielen wie Hero Quest und allgemein von kooperativen Spielen (Descent ist übrigens auch als Einstieg für Rollenspiel-Neulinge gut geeignet) ist Descent auf alle Fälle die Neuerscheinung des vergangenen Jahres. Die erste Erweiterung „Lair of the Wyrm“ ist  für das englische Orginal bereits erschienen, auf Deutsch ist „Die Höhle des Lindwurms“ für April angekündigt. Für Nachschub ist also bereits gesorgt.

Descent: Die Reise ins Dunkel Zweite Edition von Fantasy Flight Games, auf Deutsch beim Heidelberger Spielverlag bereits im Oktober 2012 erschienen. 

Bewertung

PositivesNegatives

  • nicht nur mehr Dungeons als Umgebung, abwechslungsreich
  • mehr Möglichkeiten für den Overlord als zB bei HeroQuest oder beim Vorgänger
  • hochwertiges, umfangreiches Material
  • nette Szenarien
  • übersichtliche Regeln und komfortabler Spielaufbau für den Overlord
  • Kampagnenmodus

  • Overlord hat es weiterhin schwer, den Spielern ein gleichwertiger Gegner zu sein
  • relativ geringe Heldenauswahl (vorerst, in Erweiterungen wird es nach und nach mehr geben)
  • wichtige Widersacher (Hauptmänner) nur durch Marker repräsentiert, Figuren gibt es nur extra zu kaufen
  • immer wieder Zeitdruck in den Szenarien, das erzeugt Stress

Rating
89%

 

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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Kulturell interessiert an Film, Theaterbesuchen und ähnlichem. Sollte ein Stummfilm mit Musikbegleitung aufgeführt werden, bin ich wahrscheinlich dort! Ansonsten halte ich mich mit Lesen, Brettspielen und Pen&Paper Rollenspielen bei Laune. Freu mich schon in einigen Rubriken hier etwas beizusteuern und auf die Rückmeldungen unserer Leserinnen und Leser!

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