Der unvollendete Fall von Holmes

| 15. Juni 2019 | 0 Comments

Der unvollendete Fall von Holmes von iDventure / Alexander Krys ist ein Exit Game. Das bedeutet, die Spieler bekommen eine Schachtel voller Beweise und Hinweise und müssen den Fall lösen. Es ist ein unterhaltsames Partygame mit vielerlei Rätsel. Dazu braucht man noch ein Handy und schon kann man in die Fußstapfen von Sherlock Holmes treten.

Der unvollendete Fall von Holmes, Rechte bei Asmodee / IDventure

Der unvollendete Fall von Holmes ist ein spannendes und unterhaltsames Spiel. Wir haben gerätselt und unseren Spaß gehabt. Weniger gelungen ist diesmal die Einbindung der App, welche eher umständlich und aufgezwungen wird. Auch bekommt man zu wenig Informationen zum Umgang mit der App. Gut ist, dass man diesmal nicht schon recht früh wusste wer der Täter ist. Die Rätsel führen einen wirklich schrittweise durch den Fall und sie sind durchaus abwechslungsreich. Es geht darin um Planetenkonstellationen, Romanautoren, Fotos, Musiknoten und ähnliches.

Die einzelnen fotoartigen DIN A4 großen Bilder beinhalten viele Hinweise, die man mit anderen Hinweisen in dem jeweiligen Kuvert kombinieren muss, um die Lösung zu finden. Das Spiel selbst ist in so eine Art Kapitel unterteilt, die in den einzelnen Kuverts verteilt sind. So behält man auch gut den Überblick über das Spielmaterial, was noch benötigt wird, bzw. man noch nicht anschauen darf und was man ablegen kann.

Was leider auffällt ist, dass die Rätsel nicht so geschmeidig, in sich nicht so stimmig sind, wie bei anderen Exit-Games. Sie stehen eher für sich, als ein großes Ganzes zu ergeben. Das sind Brüche, die nicht notwendig gewesen wären. Vom Spielablauf her ist es ohne große Vorbereitung spielbar. Das Ziel des Spiels ist es den Fall zu lösen. Man beginnt mit den ersten Spielmaterialien, bei denen man mit einem Rätsel, einer Frage konfrontiert wird, deren Lösung man in die App eingeben muss.

Der unvollendete Fall von Holmes bietet hochwertiges Spielmaterial und schöne Grafiken, die sehr atmosphärisch und stimmungsvoll sind, man fühlt regelrecht diese Gaslicht-Atmosphäre. Angenehm ist, dass man nichts zerstören muss, so kann man das Spiel im Freundeskreis von Party zu Party weiterreichen, wobei das Spiel sich am besten zu viert spielen lässt. So kann jeder auch das Spielmaterial in seine Hände nehmen, ohne dass zu viel Zeit vergeht oder ein anderer bereits die Lösung entdeckt hat.

Die Lösungen finden sich nicht so schnell, der Schwierigkeitsgrad ist eher im oberen Bereich, auch wenn die ersten Rätsel durchaus leicht lösbar sind. Sollte man nicht weiterkommen, kann man über die App Hilfe erhalten.

Schade ist aber, dass der Fall selbst mit Sherlock Holmes nur am Rande zu tun hat. Er ist die Klammer, der Einstieg, da es ihm nicht gelungen ist diesen Fall zu lösen. Jetzt haben die Spieler die Möglichkeit das Versäumnis des größten Detektivs aller Zeiten auszugleichen. Da wurden bei uns größere Erwartungen geschürt, auch wenn der Fall selbst spannend bleibt.

Der unvollendete Fall von Holmes erschien im September 2018 bei Asmodee. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern rund 90 Minuten gebraucht, um den Fall richtig zu lösen.
70 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
durchaus sehr abwechslungsreiche Rätsel
es werden zwei Schwierigkeitsgrade geboten
das Spielmaterial ist sehr schön gestaltet
es bleibt schön spannend bis zum Schluss
Negatives
die App ist nicht gut integriert
die Rätsel sind manchmal zu schwierig
insgesamt ist es nicht ganz flüssig

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Category: Brettspiele, Spiele

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Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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