Der Strom des Verderbens

| 28. Februar 2015 | 0 Comments

Der Strom des Verderbens ist ein Abenteuer für das Rollenspiel Das Schwarze Auge vo Ulrich Kiesow, dem Schöpfer und Urvater des erfolgreichsten deutschsprachigen Rollenspiels. Es erschien erstmalig im Jahr 1985 bei Schmidt Spiele / Droemer Knaur und zählt damit zu den ältesten Abenteuern. Jetzt wird es von Ulisses Spiele erstmalig als ebook herausgebracht.

Cover - DSA Abenteuer

Der Strom des Verderbens, Rechte bei Ulisses Spiele

Der Strom des Verderbens war eines der ersten Abenteuer, das sich vom dungeonähnlichen Aufbau der ersten Abenteuer zu einem Abenteuer mit einem starken erzählerischen Fokus weiterentwickelt hat. Der etwas gezwungene Einstieg für die Spieler mag heute etwas seltsam anmuten, aber man bekommt als Spielleiter eine nette Geschichte in die Hand, mit einigen Verdächtigen und spannenden Ereignissen. Die Region selbst wird man kaum erkennen, die Geschichte spielt auch größtenteils auf dem Flussschiff. Aber auch wenn man an der Geschichte ein wenig feilen und sie an heutigen Gegebenheiten anpassen muss, ist es doch eine gelungene Kriminal-Geschichte. Einzig den Walddungeon im letzten Viertel des Abenteuers kann man getrost kürzen oder anders gestalten, aber dann bekommt man auch einen wirklich sehr unterhaltsamen Spielabend.

Der Strom des Verderbens beginnt am titelgebenden Großen Fluß und die Helden betreten den „Flußteufel“ eine Kneipe in Ferdok. Doch die Helden waren zu durstig, ihre ausgelassenen Stimmung versprach einen lustigen Abend, so achtete keiner auf die dunklen Gestalten im Hintergrund, welche Gefahr versprechen. Jetzt sind sie auf einem Flussschiff gelandet, mitten auf dem Strom, der ins Verderben zu führen scheint. Und bald ist keiner mehr an Bord sicher, da ein Mörder unter ihnen ist.

Für die Spieler ist das Abenteuer durchaus lustig, aber es ist auch ziemliches Railroading. Auch wenn man die Lösung schon ahnt oder errät, es gibt keinerlei Beweise und die Familie selbst ist immer noch mächtig, weshalb einfache Beschuldigungen wohl kaum zielführend sind und etwas bewirken würden. So fährt man weiter ins Verderbnis, immer mehr NSCs stößt etwas zu, bis dann endlich die Chance besteht, richtig handeln zu können.

Der Strom des Verderbens wurde von Ulrich Kiesow geschrieben, welcher zunächst als Kunsterzieher und nebenbei als Übersetzer tätig war. Durch einen glücklichen Zufall bekam er die Gelegenheit sein eigenes Rollenspiel beim Spieleverlag Schmidt Spiele und dem Buchverlag Droemer Knaur zu veröffentlichen und legte somit den Grundstein des größten und erfolgreichsten deutschsprachigen Rollenspiels. Viel zu früh verstarb Ulrich Kiesow kurz nach Vollendung seines großen aventurischen Epos Das zerbrochene Rad und gilt für viele heute noch als die maßgeblichste Instanz für Das Schwarze Auge.

Der Strom des Verderbens von Ulisses Spiele ist seit 15. Mai 2014 als pdf in der Originalausgabe von 1985 erhältlich und wir haben bei unserem Abenteuer, welches wir innerhalb von 8 Spielstunden bewältigen konnten, mit 4 SpielerInnen und 1 Spielleiter auf der Basis des pdfs gespielt.

Bewertung

PositivesNegatives

  • gelungene Kriminalgeschichte
  • stammt aus den Anfangstagen von DSA
  • ein Abenteuer von Ulrich Kiesov persönlich

  • stimmt nicht mehr mit dem heutigen Aventurien überein
  • das Abenteuer ist doch zu Beginn und zum Ende sehr dungeonslastig
  • regeltechnisch nicht auf den neuesten Stand
  • Das Abenteuer wurde nicht überarbeitet und an die aktuelle Regeledtion angepasst

Rating
64%

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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