Der Krieg der Sambres, Band 1: Hugo & Iris

| 28. September 2013 | 0 Comments

Nach einer Sambre-Pause kehrt Yslaire zurück zu seiner Erfolgsserie zurück und liefert den Anfang der Familiensaga mit der Geschichte des Hugo Sambre, dessen Schicksal in den Geschichten seiner Nachkommen gespiegelt wird und dessen Obsession die Sambres über Generationen hinweg verfolgen wird.

Rechte bei Carlsen Comics

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Yslaire, mit bürgerlichem Namen Bernard Hislaire, wurde 1957 geboren. Seine ersten Erfahrungen im Comicbereich sammelte er mit dem Magazin Spirou. Er verließ Spirou, um seine ernsthafte, düstere Liebesgeschichte „Sambre“ bei Circus herauszubringen und schuf damit den Grundstein für eine der erfolgreichsten und beliebtesten Bandes dessinées-Serien. Dieser Band wurde von von Yslaire geschrieben und von Jean Bastide und Vincent Mezil illustriert.

Mit dem „Krieg der Sambres, Band 1: Hugo & Iris“ kehrt Yslaire zu seiner Serie zurück und zwar zu den Anfängen der Familiensaga. Der junge Hugo Sambre heiratet im Frühjahr 1830 Blanche Dessang. Schon von Anfang an spürt man, wie es in dieser Familie zugeht: der Bräutigam ist verdrossen, die Braut hoffnungslos in ihn verschossen. Die Mutter des Bräutigams regiert ihre Familie mit unterschwelliger Boshaftigkeit und der Vater, ein alter Günstling Napoleons, kann seine Hände kaum bei sich behalten wenn es um junge Frauen geht. So sind die Sambres.

Sofort wird klar, dass Hugo Blanche nicht aus Liebe heiratet, sondern weil sie schwanger ist und eine fette Mitgift mit sich bringt. Zur Mitgift gehört eine Mine, zu der Hugo unverzüglich aufbricht. Währenddessen versauert Blanche bei den Sambres und muss sich einersteits des Schwiegervaters, andererseits der Schwiegermutter erwehren. Hugo ist darauf erpicht, die Mine zu verkaufen, bis eine Explosion tief unter der Erde einen 6 000 Jahre alten Friedhof freilegt, in dem sich ein Schädel mit einem roten Juwel in der Augenhöhle findet. Hugo beschließt, die Mine doch nicht zu verkaufen, sondern sich der Erforschung des unterirdischen Friedhofs und dem Mysterium der roten Augen zu widmen. Es kommt zum Streit mit dem Vater, der das Geld braucht um seine immensen Schulden zu begleichen, woraufhin Hugo das Anwesen der Familie wieder verlässt, um sich mit seinen Nachforschungen in Paris niederzulassen.

Die Sambres waren immer schon eine Familie ohne Helden. Die Familienmitglieder, alle schön und unrealistisch rothaarig, folgen völlig rücksichtslos ihren düsteren Leidenschaften und pflügen dabei alles um, was sich ihnen in den Weg stellt oder auch nur unschuldig in deren Sog gezogen wird. Logischerweise enden ihre Melodramen selten gut. Wie alle Sambre-BDs ist auch dieser exquisit gezeichnet und coloriert und besticht sowohl durch die kompromisslose Bereitschaft, Protagonisten vor die Wand zu fahren und als auch die dazu fast im Gegensatz stehende, berührende Schönheit der Bildersprache. Natürlich muss man in der Stimmung sein, all das Melodrama um die Sambres zu ertragen und es wird keine Lektüre für jeden sein, aber Leser die sich darauf einlassen, werden reichlich belohnt.

Krieg der Sambres, Band 1: Hugo & Iris sowie die Fortsetzungsbände sind bei Carlsen erschienen.

Bewertung

PositivesNegatives

  • endlich wieder Sambre
  • wunderschöne Zeichnungen
  • kompromisslos schmerzhaft

  • Melodrama
  • keine Identifkationsfiguren

Rating
83%

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Category: Comics, TopPost

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Lektorin & Sprachwissenschafterin. Außerdem: Büchervertilgerin & passionierte Kinogängerin. Nintendo-Nerd. Pen-&-Paper-Prinzessin.

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