Der Eiserne Thron – 2. Edition

| 5. März 2017 | 2 Comments

Der Eiserne Thron – 2. Edition von Christian T. Petersen erscheint beim Heidelberger Spieleverlag und ist ein strategisches Spiel um die Herrschaft über Westeros, zwischen den Adelshäuser Stark, Lannister, Greyjoy, Tyrell, Baratheon und Martell, basierend auf der Romanvorlage von George R. R. Martin.

Der Eiserne Thron - 2. Edition, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

Der Eiserne Thron – 2. Edition, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

Der Eiserne Thron – 2. Edition ist eine sehr gute Umsetzung der Romane bzw. TV-Serie auf ein Brettspiel. Die Intrigen, die Kämpfe, das Ringen um Macht und Verbündete ist gut gelungen. Aber es zeigt auch sehr gut dass manche Brettspiele sich nur unter Schwierigkeiten bzw. mit Abstrichen für eine geringere Spieleranzahl eigenen. Auch wenn es eigenen Regeladaptionen für die Variante mit 3, 4 und 5 Spieler gibt, empfehlen wir eine Anzahl von 6 Spielern.

Vor allem bei der Version mit 3 oder 4 Spielern kommt es recht schnell zu Pattsituationen, die man nur recht schwer wieder auflöst. Wichtig ist auch dass jeder der beteiligten Spieler unbedingt siegen möchte. Bei anderen Spieler mag es durchaus darum gehen einfach spielen zu wollen, aber das fragile Machtgefüge verlangt dass man auch entscheidend eingreift.

Wer sich also einmal wie ein mächtiger Adeliger aus Westeros fühlen möchte, sollte es unbedingt einmal ausprobieren. Auch gelungen ist, dass das Spiel bis zum Schluss spannend bleibt und sich jederzeit drehen kann. Es ist die richtige Mischung aus Glück, Strategie und Verrat. Für Besitzer der 1. Edition ist es schwierig. Man hat von den Erweiterungen die meisten Optionen übernommen und diese zum Teil auch überarbeitet und die Regeln sinnvoll vereinfacht. Gleichzeitig sind die Änderungen nicht so gravierend dass man auf die neue Edition wechseln muss. Fans der Buchereihe und anspruchsvoller Brettspiele sollten sich das Brettspiel auf jeden Fall näher anschauen.

Der Eiserne Thron – 2. Edition handelt vom epischen Kampf der großen Adelshäuser von Westeros um den Eisernen Thron. Vor dem Hintergrund der Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer entfaltet sich ein Spiel, in dem strategisch geplant, Ressourcen gezielt eingesetzt und die Mitspieler in gerissenen Verhandlungen auf die eigene Seite gezogen werden müssen, um den Eisernen Thron zu erklimmen.

In der überarbeiteten zweiten Edition sind viele Elemente der früheren Erweiterungen, wie Häfen, Garnisonen, Wildlingkarten und Belagerungsmaschinen direkt in das Grundspiel eingearbeitet. Hinter den neuen Sichtschirmen können leichter geheime Vorbereitungen getroffen werden und das Modul Schlachtenglück bringt eine unberechenbare und tödliche Komponente in die Kämpfe. Gelungen sind auch die Befehlsmarker, welche verdeckt an die Einheit zugeordnet werden, somit weiß man zwar welche Einheiten der Gegner agieren werden, aber nicht welche der Befehle sie ausführen werden. Diese waren aber auch schon in der 1. Edition vorhanden.

Der Eiserne Thron – 2. Edition bietet wie gewohnt sehr umfangreiches und qualitativ sehr gutes Spielmaterial. Die Anleitung ist verständlich geschrieben, auch wenn man aufgrund der Komplexität sie vor allem in den ersten Runden bei der Hand haben sollte. Der Spielablauf wird hier vereinfacht und gekürzt dargestellt. Das Brettspiel wird über 10 Runden gespielt, wobei jede Runde aus 3 Phasen besteht.

Ziel des Spiels ist es dass man 7 Gebiete mit je einer Burg oder Festung kontrolliert. Alternativ gewinnt nach Ende der zehnten Runde der Spieler, welcher die meisten Gebiete mit Burgen und/oder Festungen kontrolliert.

  1. Westeros-Phase: Die oberste Karte der drei Westeroskartenstapel werden abgehandelt. Dabei beziehen sich die Ereignisse der Karten jeweils auf Ereignisse aus den Büchern.
  2. Planungsphase: Jeder Spieler hat 15 Befehlsmarker, wobei es 5 unterschiedliche Befehle wie Marsch, Überfall, Verteidigung, etc. gibt. In dieser Phase weist jeder Spieler seinen Einheiten verdeckten einen Befehl zu.
  3. Aktionsphase: Jetzt werden die erteilten Befehle ausgeführt und es werden alle wesentlichen Aktionen, darunter auch die Kämpfe zwischen den Einheiten abgehandelt. Am Ende der Phase beginnt die nächste Runde bzw. am Ende der 10. Runde die Bestimmung des Siegers.

Bei unseren Partien hatten wir zunächst das Problem dass wir mit 4 Spielern sehr schnell in Pattsituationen gekommen sind, wo sich keiner bewegen wollte, weil man wusste, dass der erste, der sich bewegt würde von den anderen gejagt wird. Es gab also viel zu verlieren, wenig zu gewinnen. In den Partien mit 6 Spieler war das Brettspiel ständig in Bewegung, wobei dabei auch der Glücksfaktor eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Der Eiserne Thron – 2. Edition wurde von Christian T. Petersen entwickelt, welcher CEO und Gründer des amerikanischen Spieleverlags Fantasy Flight Games ist. Zu seinen ersten Brettspielen zählt Twilight Imperium, das mittlerweile ein Klassiker für Fans ist.

Der Eiserne Thron, ursprünglich von Fantasy Flight Games, erschien im Mai 2016 beim Heidelberger Spieleverlag in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 4 bzw. 6 Spielern rund 3 Stunden pro Partie benötigt.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
komplexes Spiel, dessen Regeln man schnell lernt
Atmosphäre der Romareihe ist gut umgesetzt
Hauskarten gegenüber der ersten Edition wesentlich verbessert
Glücksfaktor und strategische Komponenten gut ausgewogen
Negatives
alte Erweiterungen optimal in die 2. Edition integriert
Abstriche in der Spielmechanik bei weniger als 5-6 Spielern
Spieler können bereits recht früh aus dem Spiel rausgekickt werden

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (2)

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  1. jups^^ zahlt sich aus. kenn die erste version leider nicht

  2. nee, leider noch nicht gespielt

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