Das Lied von Eis und Feuer Rollenspiel

| 23. Juni 2014 | 3 Comments

Nach den Büchern und den Filmen von George R. R. Martin ist es möglich Westeros im Pen & Paper Rollenspiel nun selbst zu erleben, in der Zeit als Robert Bara­theon auf dem Thron saß und Jon Arryn seine rechte Hand war, also vor den bekannten Geschichten aus Buch & Film.

Das Lied von Eis und Feuer - Cover

Das Lied von Eis und Feuer – Cover, Rechte beim Mantikore Verlag

In Das Lied von Eis und Feuer – Das Game of Thrones Rollenspiel, wie der gesamte Titel des Grundregelwerkbuches lautet, schlüpfen die Spieler und Helden in die Rollen einer Adelsfamilie aus Westeros und können so spannende Abenteuer erleben. Für Leute, die das Lied von Eis und Feuer nicht kennen, sei kurz erklärt, dass es sich um eine Fantasy-Welt mit Rittern und Bauern handelt, ähnlich dem Mittelalter, wobei es aber auch Magie und Drachen gibt, wobei beides sehr selten und wenig verbreitet ist. Drachen werden von den meisten für Fabelwesen gehalten, die seit langer Zeit ausgestorben sind, doch gibt es schließlich doch ein paar. Auch untote Wesen, die weißen Wanderer treiben ihr Unwesen, zu der Zeit in der das Rollenspiel spielt, aber wenn, dann nördlich der Mauer, die eine Grenze zwischen Westerros und den nordischen Wildlingen darstellt.

Die Spieler sind jedenfalls Mitglieder eines Adelhauses und ohne jede Magie aufgewachsen. Das Haus selbst wird zuerst erschaffen und ist eine durchaus lange, aber auch sehr lustige Aufgabe. Hierbei wird zunächst ein Grundgerüst erschaffen, dass durch Würfeln festlegt, wie groß und einflussreich die Familie ist, welche Besitztümer sie hat und wo sie ungefähr zu finden ist. Dann geht es an die Geschichte der Familie, in der Unglücke passieren können, Kriege, Hungersnöte, aber auch positive Ereignisse wie die Gunst eines höheren Adelshauses durch besonderen Einsatz eines Familienmitglieds, etc. Durch diese Historie wird dem Haus auch etwas Leben eingehaucht. In unserer Testrunde haben wir ein Haus erschaffen, dass ziemlich von Unglück gebeutelt war, wodurch es sich um ein eher kleines, unbedeutenderes Adelsgeschlecht in der Geschichte Westeros handelt, was für das Spiel selbst durchaus gut ist.

Nachdem das feststeht, werden auch Wappen, Burg und die Besitztümer gestaltet und es werden die Posten innerhalb dieses Adelshauses unter den Spielern verteilt. So ist es möglich Söhne und Töchter des Hausherren zu spielen, oder Bedienstete wie Stallmeister, Schwertmeister, Maester, Zofen, etc. oder eben Ritter. Dadurch, dass alle dem selben Haus angehören ist eine gewisse Zusammengehörigkeit gegeben und wenn man das Haus zuvor auch gemeinsam erschaffen hat, herrscht ein spezielles Miteinander, wie es selten in Rollenspielen zu finden ist. Es ist interessant, wie sehr so etwas zusammenschweißt.

Ist soweit alles fertig, werden die einzelnen Spielcharakter ausgestaltet, indem sie Fertigkeiten und Spezialisierungen bekommen, Namen und ebenfalls eine kleine Geschichte. Dann kann es schon losgehen ins Abenteuer, bei dem einem viele Möglichkeiten offen stehen. So gibt es neben Kämpfen auch Intrigen, die ausgewürfelt werden können. Die beiden Systeme dazu sind anfangs etwas komplex und man braucht eine Weile, um sie zu durchschauen, aber sie sind durchaus durchdacht und laufen immer schneller ab, je öfter man sie durchspielt.

Zur Spielmechanik selbst sei gesagt, dass nach dem Ansagen einer Aktion vom Spieler die Schwie­rig­keit durch den Spielleiter fest­ge­legt wird,  und gegen diese wird gewürfelt. Der Spieler nimmt eine Anzahl von W6, die der Fer­tig­keit ent­spricht, gibt Bonus­wür­fel durch Spe­zia­li­sie­run­gen dazu und addiert oder subtrahiert eine Anzahl von Würfeln entsprechend der Schwierigkeit. Die übrig gebliebene Anzahl an W6 wird gewürfelt, wobei nur die Würfel, entsprechend des Fer­tig­keitswertes gezählt werden. Meistens wählt man als Spieler die höchsten gewürfelten Werte aus.

Es ist sicher schwierig, den Stil aus den Büchern und Filmen mit ihren komplexen, verwobenen Handlungen und äußerst vielseitigen Intrigen auch so umzusetzten, doch wird genug der Stimmung eingefangen. Dadurch, dass viele Leute etwas über Hintergründe und die Welt wissen, sowie die wichtigsten Figuren kennen, sind diesbezüglich weniger Erklärungen notwendig und die Handlungen der Spieler entsprechen dem Setting.

Das Buch selbst ist schön gestaltet, mit bunten Bildern und übersichtlichem Text, das Hardcover ist von guter Qualität und auch das Lesezeichenbändchen ist sehr hilfreich. Auf 340 Seiten werden die wichtigsten Regeln gut erklärt und dem Spielen steht nichts mehr im Weg. Auch ein Abenteuer ist im Grundregelwerk enthalten, um den Einstieg einfacher zu gestalten. Das Inhaltsverzeichnis ist recht ausführlich, wodurch man die einzelnen Kapitel und Unterkapitel schnell findet und nicht lang suchen muss. Es gibt auch einen Index am Ende des Buches, der ebenfalls recht brauchbar ist. Dafür wirkt der Charakterbogen etwas nüchtern und zu modern, den hätte man sicher hübscher und mehr im Game-of-Thrones-Flair machen können.

Das Lied von Eis und Feuer – Das Game of Thrones Rollenspiel vom Mantikore Verlag ist seit Oktober 2013 erhältlich und wir haben bei unserem Test mit 5 Spielern gespielt

Bewertung

PositivesNegatives

  • schönes Regelwerk
  • Würfelsystem durchdacht
  • auch Intrigen durch Würfeln möglich
  • Westeros Flair
  • nicht nur für Fans
  • ausführliches Inhaltsverzeichnis

  • anfangs sehr komplex
  • Namen für englischsprachige Fans seltsam

Rating
88%

Tags: , , , , , , , , , ,

Category: Rollenspiele, Spiele

avatar

About the Author ()

Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

Comments (3)

Trackback URL | Comments RSS Feed

Sites That Link to this Post

  1. game of thrones – die komplette 5. staffel weltenraum | 18. März 2016
  1. avatar Roger sagt:

    Ich bin durch FB auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht worden, da ich mich für das Rollenspiel interessiere. Ich hatte mich vor einiger Zeit mit dem Regelwerk vertraut gemacht (als es nur auf englisch verfügbar war). Daher kannte ich die Erstellung des Hauses usw. bereits. Interessant hätte ich gefunden, wie es in einem Abenteuer in dem System abläuft. Gerne mit vielen Beispielen aus einem Spielabend. Vielleicht wäre es ja möglich, darüber noch einmal ausführlicher zu berichten. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.