Cargo Noir

| 19. Dezember 2012 | 1 Comment

Mit Cargo Noir werden die Spieler zu Schmugglern und Halsabschneidern, schicken ihre Schiffe in verschiedene Häfen der 50er und versuchen so viel fette Beute wie möglich zu ergaunern. Ob das auch spannend und lustig ist? Schauen Sie sich das an und lesen Sie weiter.

CNS

Cargo Noir Schachtel, Rechte beim Verlag

Cargo Noir ist ein spannendes Spiel, bei dem man tragisches Augenmaß beweisen und Nerven behalten muss. Einerseits sollte man nicht zu lange auf ein viertes Frachtschiff warten, andererseits sollte man möglichst viele gleiche Waren umtauschen können. Da alles offen gespielt wird, haben auch die Mitspieler den Überblick und können versuchen, die Pläne der anderen zu verhindern. Dadurch werden auch sonst eher vernachlässigbare Häfen wieder sehr interessant. Mich hat vor allem fasziniert, dass es bei diesem Spiel wirklich egal ist wer beginnt. Der Startspieler hat an sich keinen Vorteil oder Nachteil. Vor allem bei den Überlegungen ob man im Hafen überbietet oder sich zurückzieht hat immer wieder zu wilden Gesprächen und lustigen Sticheleien geführt.

Der französische Spieleautor Serge Laget ist durch die Entwicklung von anspruchsvollen Spielen wie Schatten über Camelot oder Mystery Express bekannt geworden. Ihm schwebte schon frühzeitig das Flair der 50er Jahre vor und hat gemeinsam mit Illustrator Miguel Coimbra viele Anspielungen an die Filme dieser Zeit untergebracht. Der Verlag Days of Wonder, bei dem die deutschsprachige Ausgabe erscheint, ist bekannt durch seine liebvolle Gestaltung von Brettspielen mit komplexen Spielverhalten aber mit überschaubaren Spielzeiten.

Im Spielverlauf sendet jeder reihum seine Frachtschiffe in die verschiedenen Häfen, um die offen ausgelegten Waren mit Hilfe seiner Münzen zu ersteigern. Münzen erhält man entweder wenn man später sein Gebot zurückzieht, oder durch den Besuch des Casinos in Macao. Jeder an die Reihe kommende Spieler muss entscheiden, ob er sich zurückzieht und sein Schiff in einen anderen Hafen schickt oder ob er mit Hilfe seiner Münzen sein Angebot erhöht. Jeder Spieler muss eine dieser beiden Entscheidungen treffen, so lange bis nur mehr ein Spieler im Hafen liegt. Dann darf dieser Spieler alle Waren in sein Lagerhaus geben und sein Schiff erneut aussenden. Die so ersteigerten Waren darf er umtauschen, wobei gleiche Waren mehr Punkte einbringen als unterschiedliche Waren. Mit diesen Punkten kann man sich Luxusgüter anschaffen, in verschiedene Branchen investieren oder Spezialfähigkeiten freischalten, wie mehr Frachtschiffe oder ein größeres Lagerhaus. Jede dieser Karten bringen unterschiedlich viele Siegpunkte. Am Schluss hat derjenige gewonnen, welcher sich die meisten Siegpunkte kaufen konnte.

Die Ausstattung des Spiels ist durchaus liebevoll erstellt und bietet vor allem grafisch, dank Miguel Coimbra, eine wunderbare Mischung aus dem Flair des Films „noir“ der 50er und den französischen Comics wie Tim & Struppi, etc . Der Spielinhalt besteht u.a. aus den verschiedenfärbigen Schiffen, einem erweiterbaren Spielbrett, verschiedenen Karten, recht großen Münzen und einem Beutel.

Wir haben bei unserem Test mit 5 Spielern inkl. dem Lesen der Anleitung ca. 90 Minuten für eine Partie gebraucht.

Bewertung

PositivesNegatives

  • gute Spielbalance
  • nettes Flair
  • schnell zu erlernen
  • taktisch komplex
  • spannend bis zur letzte Runde

  • Waren für Siegpunkte Umrechnung bisserl kompliziert
  • Trennung zwischen Casino und Schwarzmarkt schwammig

Rating
76%

 

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (1)

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  1. avatar Ben sagt:

    Klingt nach einem sehr lustigen Brettspiel. Finde es schön das es noch soetwas gibt und nicht nur Computergames.

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