Call of Cthulhu

| 3. November 2018 | 0 Comments

Call of Cthulhu ist ein gruseliges Adventure von Focus Home Interactive, nach den Motiven des Horror Schriftstellers H.P Lovecraft und seinem Mythos rund um Cthulhu und die anderen Großen Alten, sowie die Einflüsse dieser Götter auf die Menschen der 1920er Jahre. Der vom Ersten Weltkrieg gezeichnete Edward Pierce arbeitet als Privatdetektiv in Boston und folgt einem geheimnisvollen Brand auf eine Insel. Cthulhu Fathgn!

Call of Cthulhu, Rechte bei Focus Home Interactive

Call of Cthulhu, Rechte bei Focus Home Interactive

Call of Cthulhu bietet dem Spieler eine fast klassische Hauptfigur, nämlich einen Privatdetektiv, der geistig zerrüttet ist, skeptisch gegenüber dem Übernatürlichen und pleite. Er übernimmt einen mysteriösen Fall über den Todesfall einer angesehenen Familie durch Feuer auf einer entlegenen Insel, in einem alten Haus hoch über den Klippen. Die klassischen Zutaten einer Lovecraft-Erzählung werden hier zu einer spannenden und dennoch sehr klassischen Geschichte gemischt.

Call of Cthulhu ist kein Action-Adventure. Es gibt nur wenige Kampfelemente, meist ist man, ganz typisch, auf der Flucht oder versucht sich zu verbergen. Interessant ist der sogenannte Detektiv-Modus, bei dem man in einen Zustand wechselt, in dem man versucht die Ereignisse zu rekonstruieren. Weniger gelungen ist, dass die Geschichte äußerst linear erzählt wird. Gerade Cthulhu, das RPG, zeichnet sich dadurch aus, dass es immer viele Optionen gibt um sein Ziel zu erreichen.

Cthulhu ist nicht der mächtigste, aber der bekannteste Gott, welcher vom amerikanischen Horror Schriftsteller H.P. Lovecraft (1890-1937) erschaffen wurde. Lovecraft verfasste Geschichten für Pulp-Magazine wie Weird Tales. Er war zu Lebzeiten relativ unbekannt und konnte kaum seinen Lebensunterhalt bestreiten. Inspiriert wurde er unter anderem von Autoren wie Edgar Allan Poe. Heute genießt er, zumindest bei Fans des Genres, Kult-Status und viele Künstler, Filmemacher und Autoren wurden und werden von ihm inspiriert.

Call of Cthulhu bietet vielleicht nicht die allerschönste Grafik, sie ist zum Teil sehr schwammig, aber sie ist durchaus stimmungsvoll. Vieles bleibt im Nebel, vieles wirkt sehr schleimig und tentakelartig. Generell kann man sagen, es ist ein äußerst atmosphärisches Game, mit vielen Anleihen an der Vorlage, die schaurig gut umgesetzt wurde. Auch der Sound leistet dazu seinen Beitrag. Vielleicht sitzt nicht jeder Effekt, vielleicht gibt es da oder dort ein paar Lücken, aber er hat geholfen, dass mir in so mancher Sequenz ein Schauer über den Rücken lief.

Die Spielmechanik ist beeindruckend gut von Cthulhu, dem RPG, inspiriert worden. Es gibt verschiedene Fertigkeiten, die man steigern kann. Je besser man eine Fertigkeit beherrscht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dass man sie erfolgreich einsetzen kann. Beim Interagieren mit der Umgebung tauchen spezielle Symbole auf, bei denen man seine Fertigkeiten einsetzen kann. Per Mausklick aktiviert man sie und erhält eine Information, je nachdem ob man erfolgreich war oder nicht.

In der Regel werden dadurch neue Gesprächsoptionen bei den NSCs freigeschaltet, oder man erhält eine erweiterte Information. Bei den Gesprächen mit den NSCs stehen einem verschiedene Gesprächsthemen und -optionen zur Verfügung. Auch wenn man sich aufmerksam umschaut, findet man verschiedene Objekte, mit denen man interagieren kann. Und auch diese können einem weitere Gesprächsoptionen freischalten, oder zusätzliche Informationen bieten.

Ein weiteres sehr cthuloides Elemente ist der Wahnsinn, der durch verschiedene Ereignisse oder Situationen ausgelöst werden kann. So kann man sich vor seinen Feinden in Kästen verstecken, aber wenn dabei Edward von Klaustrophobie gequält wird, darf man nicht zu lange darin bleiben, sonst erleidet man einen geistigen Zusammenbruch. Auch das ist sehr stylisch geworden und ist eine perfekte Hommage an den Mythos. Schade ist, dass es keine deutsche Sprachausgabe gibt, sondern nur deutsche Untertitel.

Call of Cthulhu wurde vom französischen Softwarestudio Cyanide für den Publisher Focus Home Interactive entwickelt. Cyanide wurde im Jahr 2000 von ehemaligen Ubisoft Mitarbeitern gegründet und durch seine Le Tour de France Gamesreihe, sowie einige Umsetzungen aus dem Warhammer Universum und den Games of Thrones Games, bekannt. Zuletzt konnten sie mit dem Fantasy Stealth RPG Styx: Shards of Darkness Erfolge feiern.

Focus Home Interactive wurde 1996 in Paris gegründet ist unter anderem auch als Publisher der Sherlock Holmes Adventures Reihe, der Styx Games wie Styx: Shards of Darkness und Games aus dem Warhammer Universum, wie Mordheim: City of the Damned bekannt geworden. Zuletzt wurde das faszinierende Adventure The Council vom französischen Publisher veröffentlicht.

Das neue Call of Cthulhu erscheint am 30. Oktober 2018 bei Focus Home Interactive. Wir haben das Adventure auf einer Xbox One getestet.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
das Spiel bietet eine echte Cthulhu-Atmosphäre
die Geschichte wird durchaus charmant erzählt
einige echt verstörende Ereignisse
durchaus einiges an Abwechslung
Cthulhu Fans werden ziemlich angetan sein
Negatives
grafisch ist das Spiel eher schwach
die Erzählung ist leider äußerst linear

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Category: Games, TopPost, Xbox One

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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