Buch der Verdammten 3: Abaddon

| 8. August 2015 | 0 Comments

Buch der Verdammten 3: Abaddon ist ein Quellenband für das Fantasy Rollenspiel Pathfinder von Paizo und erscheint in der deutschen Übersetzung bei Ulisses Spiele. Der Quellenband handelt von den Vier Reitern der Apokalypse – Krieg, Hunger, Pest und Tod – welche von dem Wunsch beseelt sind die Letzten zu sein, welche in einem sterbenden Kosmos wandeln, ehe auch sie verzehrt werden und nur Dunkelheit verbleibt.

Rollenspiel Quellenbuch Cover

Buch der Verdammten 3: Abaddon, Rechte bei Ulisses Spiele

Buch der Verdammten 3: Abaddon handelt von den Daimonen und ihren dunklen Herrn, den Vier Reitern der Apokalypse. Im Gegensatz zu den Teufeln und Dämonen welche die Sterblichen verführen und unterwerfen wollen, sehnen sich die verdorbenen Daimonen nach ihrer entgültigen Vernichtung. Der Band gibt einen guten Überblick, ist aber bis auf die Prestigeklassen und ein paar Hintergrundinformationen eher für Spielleiter als für Spieler. Bedauerlich finde ich dass das Ödland des Abaddon nur auf zwei Seiten beschrieben wir und nur mit einigen wenigen Gelädemerkmalen. Bei den vier apokalyptischen Reitern wurde meiner Meinung nach viel Potential verschwendet. Sie werden zwar ausführlich beschrieben, vor allem ihr Äußeres und ihre mächtigen Artefakte. Ihre Geschichte wird ebenfalls kurz umrissen, außerdem wie man sich ihr Reich, in dem sie herrschen, vorstellen kann. Aber es fehlen Informationen über ihre Motivation und welche Pläne sie verfolgen, aber auch ihre Vorgehensweise. Ein simples sie wollen es vernichten und das jederzeit, kommt da einfach viel zu kurz. Die Flufftexte sind gut und unterhaltsam geschrieben, bieten auch einen besonderen Einblick in die Welt der Daimonen.

Buch der Verdammten 3: Abaddon handelt von dem ewigen Ringen von Leben und Vernichtung. Seitdem das erste sterbliche Leben entstanden ist wollen die Daimonen es auslöschen. Diese Schrecken sind das Böse in seiner reinsten Form und streben nach nicht weniger als dem Ende aller Existenz. Angeführt von den Vier Reitern der Apokalypse – Krieg, Hunger, Pest und Tod – verderben, verschlingen und vernichten die Armeen von Abaddon alles in ihrer Nähe.

Buch der Verdammten 3: Abaddon bietet neben zahlreichen Flufftexten aus dem Buch der Verdammten zahlreiche Information über Abaddon und seiner Bewohner. Im ersten Kapitel werden die Vier Reitern der Apokalypse näher vorgestellt. Im zweiten Kapitel werden die verschiedenen Daimonen kurz beschrieben, samt Verkörperung ihres Todes, bevorzugte Opfergaben und Quellenangaben wo man ihre Werte findet. Es werden auch vier einzigartige Daimonen vorgestellt, welche man als die Sendboten kennt. Im dritten Kapitel werden Themen wie die Daimonenverehrung durch die verschiedenen göttlichen Klassen, der Handel mit Seelen, über Daimonenkulte, die Prestigeklassen Seelentrinker, dem Beschwören von Daimonen, sowie daimonische Zaubersprüche und magischen Gegenstände mit einem Bezug zu Daimonen, erklärt. Im vierten Kapitel werden mehr als ein halbes Dutzend neuer Daimonen mit ihren Werten vorgestellt. Am Ende gibt es eine Übersicht der mächtigen Bewohner des Abaddon mit ihren Machtbereichen und Domänen.

Beim Handel mit Seelen ist ein interessanter Aspekt dass man sie als Materialkomponente nutzen kann, so bekommen Seelen für Spielercharakter auch einen ganz besonderen Nutzen. Auch die neuen Daimonen ergänzen die altbekannten Quellen sehr gut und mir gefällt dass es eine Gesamtübersicht gibt, die zudem recht ausführlich geraten ist. Die Vorstellung der verschiedenen Daimonenanbeter hätte größer ausfallen können, vor allem wenn sie besser auf die einzelnen Klassen zugeschnitten wäre. So bleibt es zu oberflächlich um wirklich nützlich zu sein. Gelungen ist die Vorstellung von Daimonenkulten im Allgemeinen und dem Beispiel von Väterchen Heuschreck. Das kann man gut verwenden um einen feindlichen Kult besser auszugestalten und authentischer wirken zu lassen.

Die Prestigeklasse Seelntrinker hat sich in einem Testabenteuer als zwiespältig erwiesen, einerseits ist der Nachteil Verdammt kein Nachteil der wirklich zum tragen kommt, dafür sind die frühen Fähigkeiten recht schwach ausgeprägt. Außerdem ist die Fähigkeit Seelenvorrat etwas seltsam, denn je höher man selbst als Seelentrinker aufsteigt desto schwieriger es für einen selbst den Vorrat aufzufüllen. Außerdem ist nicht ganz klar was es bedeteutet dass die Seele des Ziels wenigstens als „Tieressenz“ gelten muss. Andererseits ist es grundsätzlich recht leicht Seelenenergie zu ernten, was wieder das Spielgleichgewicht beeinflusst.

Das Beschwören von Daimonen ist nett beschrieben hat aber wenig Praxisnähe, es gibt kaum einen besondern Vorteil oder mehr Tiefe im Rollenspiel, es dauert einfach nur länger. Die neuen Zauber sind sehr auf die Daimonen zugeschnitten, wobei statt Daimonenschutz würde wohl auch ein Todesschutz genügen und es ist zwar nett wenn man Cacodaimonen herbeizaubern kann, aber ein Monster herbeizaubern ist wohl nicht minder stilvoll. Interessanter ist dabei die Möglichkeit einen Seelenstein zu erschaffen oder die Klauen des Astradaimon.

Das PathfinderBuch der Verdammten 3: Abaddon von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele im Juli 2015 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
71% / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives

gelungene Flufftexte zur Atmosphäre
der Einsatz von Seelen als Materialkomponente ist gut gelöst
die neuen Daimonen runden das Daimonen Portfolio als Gegnerquelle gut ab
die Prestigeklasse Seelentrinker hat seine Schwächen, spielt sich aber nett

Negatives

Die Ödlande des Abbadon sind leider kaum beschrieben
Die Vier Reitern der Apokalypse haben Potential, wurde aber nicht genutzt
das Beschwören von Daimonen bietet wenig Vorteile

Tags: , , , , , , , , ,

Category: Rollenspiele, Spiele

avatar

About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.