Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg

| 9. Juni 2014 | 0 Comments

Als wagemutiger Ritter der Lüfte stürzt man mit seiner Fokker DR.1 auf den Gegner um ihn ins Visier seiner MG zu nehmen, als plötzlich ein weiterer Jagdflieger aus den luftigen Höhen auf einen herabstürzt und einen tödlichen Kugelhagel auf einen spuckt.

Cover

Blue Max, Rechte beim Heidelberger Spieleverlag

Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg ist ein spannendes Brettspiel, welches vor allem bei vier Spielern seine Vorzüge ausspielen kann. Auf jeden Fall sollte man eine gerade Anzahl von Spielern sein. Gerade zu viert ist es ein besonderer Kniff dass auch die Spieler der gleichen Seite sich nicht absprechen dürfen. Auch den Blick auf die Treibstoff Reserve sollte man nie aus den Augen verlieren, wenngleich sie in den ersten Runden kein Problem darstellt. Dass man, durch einige wenige Spezialeffekte sofort und ohne Rettung sein Flugzeug verliert, ist hart, überraschend, aber gibt dem Spiel auch einiges an Spannung. Man möchte so etwas nicht in jedem Spiel haben, aber ich finde es durchaus passend, dass man hier auch bis zum Schluss die Möglichkeit hat, auch Spieler mit einem stärkeren Flugzeug zu besiegen. Es gab aber auch ein paar Unklarheiten, die aber alle nicht spielentscheidend waren, wie die genauen Siegbedingungen; die Prüfung ob die Maschinengewehre blockieren, wenn man zwei davon hat; in welcher Phase man auf Trudeln prüft, und ein paar mehr. Nichts aufregendes, aber einiges könnte in einer zweiten Auflage besser formuliert sein. Aber Blue Max bleibt ein sehr spannendes, hartes Spiel, bei dem man Taktik und ein wenig Glück benötigt und nicht nur auf seine Gegner, sondern auch auf seine Spielpartner achten muss.

Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg ist ein Luftschlacht-Spiel für 2 oder mehr Spieler. Die Spieler schließen sich einer der beiden Kriegsparteien, der Mittelmächte oder der Entente an und versuchen, in ihrer Rolle als Jagdflieger, die höhere Zahl an Gegnern abzuschießen. Der Titel Blue Max stammt von der englischen Bezeichnung für den preußischen Verdienstorden Pour le Mérite, welcher während des I. Weltkrieg an zahlreiche Fliegerasse verliehen wurde.

Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg unterteilt das Brettspiel in mehrere Phasen, die für alle Spieler gleichzeitig ablaufen. Geplant wird hinter einem Sichtschirm, die Manöver, die nach bestimmten Verhaltensregeln abgehandelt werden, werden gleichzeitig durchgeführt, danach muss man seine Treibstoff-Marker ablegen. Auch die Kämpfe werden gleichzeitig behandelt und können mit einem Treffer, wenn der Spezialeffekt getöteter Pilot oder explodierender Treibstofftank gezogen wird, sofort das Ende des Fliegers bedeuten können. Danach können ins Trudeln geratene Maschinen wieder abgefangen oder blockierte Maschinengewehre repariert werden. Erst nach diesem Schritt wird auf Unfälle wie blockierende Maschinengewehre, ins Trudeln zu geraten, Ausbrechen von Feuer und ähnliches geprüft. Danach beginnt die nächste Phase bis eine Seite all ihre Flugzeuge verloren hat.

Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg wurde vom Spieleautor Phil Hall in den 80ern erfunden und von John Harshman und Marc W. Miller in den laufenden Jahren verbessert und erschien ursprünglich beim britischen Spieleverlag Game Designers‘ Workshop. Die vorliegnde deutschsprache Ausgabe vom Heidelberger Spieleverlag basiert auf der überarbeiteten Ausgabe des italienischen Spieleverlag Stratelibri.

Blue Max – Luftkampf im I. Weltkrieg erscheint im September 2013 beim Heidelberger Spieleverlag. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern für unsere Partien ungefähr 40 bis 60 Minuten benötigt, exkl. Aufbau und Regel durchgehen was ca. 20 Minuten gebraucht hat.

Bewertung

PositivesNegatives

  • spannende Luftkämpfe
  • Athmosphäre gut im Gameplay abgebildet
  • man hat Chance bis zum Schluss
  • Treibstoff, Höhenkategorie, Manöver,...

  • kleinere Regelungenauigkeiten
  • nur für eine gerade Anzahl von Spielern
  • recht komplex für Gelegenheitsspieler

Rating
77%

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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