Am liebsten mag ich Monster

| 31. August 2018 | 0 Comments

Am liebsten mag ich Monster von Emil Ferris ist ihr Debütcomic, welches sie schrieb und auch zeichnete, wobei die Grenzen zwischen Buch und Graphic Novel stark verschwimmen. Es gibt keine Panels, sondern das Comic wirkt mehr wie ein Tagebuch, in das die Ich-Erzählerin ihre Gedanken nicht niederschreibt, sondern vor allem zeichnet.

Am liebsten mag ich Monster, Rechte bei Panini Comics

Am liebsten mag ich Monster, Rechte bei Panini Comics

Am liebsten mag ich Monster ist kein leichtes Comic, das man schnell liest, sondern es ist eine anspruchsvolle Graphic Novel, welche nicht einfach zu enträtseln ist. Vieles wird sozusagen zwischen den Zeilen erzählt, vieles ist auch verschlüsselt. Schreckliche Dinge werden von einem zehnjährigen Ich in eine ihr verständliche Bildsprache übertragen. Dazu kommt noch, dass die Erzählung in den Zeiten bis zurück nach Deutschland in die Zeit des Dritten Reichs springt.

Aber es lohnt sich, dass man sich damit auseinandersetzt, denn so bietet sich einem eine faszinierende, aber auch zum Teil sehr schaurig-traurige Erzählung. Man möchte die Graphic Novel gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr beschäftigt sie einen, so sehr versucht man zwischen Wahrheit und Illusion, zwischen Lüge und kindlicher Ausflucht, zwischen Tragik und Komik zu unterscheiden. Auf jeden Fall behandelt Emil Ferris so manchen Tabubruch in ihrer Graphic Novel und man sollte den einzelnen Kapiteln Zeit geben, damit sie auf einen wirken können.

Am liebsten mag ich Monster, Rechte bei Panini Comics

Am liebsten mag ich Monster, Rechte bei Panini Comics

Am liebsten mag ich Monster (My favorite Thing is Monsters) handelt von der zehnjährigen Karen Reyes, welche ein ganz besonderes Tagebuch führt. Neben ihren Alltagsbeobachtungen zeichnet sie Monster aus Trash-Horrorfilmen und alten Pulp-Magazinen. So bewältigt sie ihren Alltag in den USA der 1960er-Jahre und sammelt Spuren und Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an ihrer Nachbarin Anka Silverberg beitragen sollen.

Am liebsten mag ich Monster ist zeichnerisch sehr gelungen. Die zum Teil recht blauen Zeichnungen wirken wie mit Kugelschreiber gemalte Tagebuchzeichnungen, oder solche, mit denen man seine Schulhefte verziert, sofern man begabt genug ist. Einige der Zeichnungen wurde mit Farben gezeichnet und öfters wird die linierte Seite des Schulfhefts aufgelockert.

Emil Ferris verarbeitet in Am liebsten mag ich Monster ihre eigene Vorliebe für Horror-B-Movies und Grusel-Groschenhefte und bettet dies in eine Geschichte ein, welche die sozialen Spannungen im Chicago der 1960er Jahre mit einer Geschichte des Erwachsenwerdens verknüpft. Schon ihre Eltern waren bekannte Künstler und Ferris studiere am Art Institute of Chicago. Ihr Debüt als Comiczeichnerin und -autorin gab sie mit über 50 Jahren, mit dem vorliegenden Am liebsten mag ich Monster.

Am liebsten mag ich Monster wird von Panini Comics in deutscher Übersetzung herausgebracht. Der Band erschien am 25. Juni 2018 als Paperback.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein faszinierendes Epos, mehr Buch als Graphic Novel
ein beeindruckendes Debüt von Emil Ferris
die Autorin spannt einen großen Bogen
vieles ist verschlüsselt und voller Subbotschaften
es ist ein Buch, das aufwühlt und vielschichtig ist
Negatives
nicht leicht zu entschlüsseln
die Geschichte springt sehr zwischen Zeiten

Tags: , , , , , , , , ,

Category: Comics

avatar

About the Author ()

Seit meinem ersten Mickey Mouse Heftchen bin ich den Comics verfallen. Zu meinen Lieblingscomics zählen Graphic Novels wie Sin City, Watchman, Sandman, etc., aber auch franko-belgische Comics wie Percy Pickwick, Die blauen Boys oder Inspektor Canardo, sowie DC Comic Serien wie Batman, Flash, Green Arrow, Justice League, .... Ich lese und schreibe über Comics, von den Abenteuern aus dem DC Universum bis hin zu Graphic Novels.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.