Almanach der Artefakte

| 3. März 2018 | 1 Comment

Almanach der Artefakte von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Pathfinder von Paizo. In diesem Quellenbuch geht es um die mächtigsten magischen Gegenstände, die es in der Welt von Golarion gibt, die Artefakte. Sie sind so mächtig, dass es keine Anleitung zur Erschaffung dieser Artefakte gibt, sondern nur spezielle Anweisungen wie man sie wieder zerstören könnte.

Almanach der Artefakte, Rechte bei Ulisses Spiele

Almanach der Artefakte, Rechte bei Ulisses Spiele

Der Almanach der Artefakte ist der Traum eines jeden Helden. Kaum ein hochstufiger Held träumt nicht von einem der mächtigen und vor allem meist einzigartigen magischen Gegenstände, welche oft unaufhaltsame Macht beinhalten. Darum ist es für den Spielleiter auch nicht ganz einfach ein Artefakt einzubauen und für jeden Spieler ein Artefakt auszuteilen würde zumeist die Kampagne sprengen. Aber genauso gut gehört ein Artefakt einfach zu Pathfinder. Besonders gut hat mir übrigens die Übersicht gefallen, welches der Artefakte aus welcher Quelle stammt, denn knapp ein Dutzend dieser Gegenstände stammt aus verschiedenen Abenteuerpfaden.

Interessant fand ich, dass bei den Artefakten, so auch in den Regeln in diesem Almanach, immer angegeben wird wie man den Gegenstand zerstört. Darauf wird, wohl auch aus alter Tradition zu gerne hingewiesen, immerhin basiert Pathfinder auf Dungeon & Dragons und DnD wurde sehr stark durch Tolkien inspiriert und da gab es ja auch diesen Ring und den Schicksalberg und so weiter und so fort.

In der Praxis ist es aber ganz selten, dass Spieler Artefakte zerstören wollen, da Artefakte nicht so wirklich böse sind. So denken sich die meisten Spieler, dass dieses Artefakte, statt es zu zerstören, besser in den eigenen Händen aufgehoben wäre. Und sollte es eine böse Bedrohung in Form eines Gegenspielers geben, wird der entweder besiegt, oder er ist so mächtig, dass er ohne Artefakte auch nicht mehr viel gefährlicher wäre. Natürlich gab und gibt es Szenarien, bei denen die Helden das Artefakt zerstören wollen würden, aber mir selbst ist das recht selten untergekommen. Interessant diesbezüglich ist, dass gerade die ersten vier Artefakte in dem Buch keine Anleitung zu ihrer Zerstörung besitzen, sondern einen recht informativen Absatz zu ihrem Nutzen in der Kampagne. Das hätte ich mir auch für die restlichen Artefakte gewünscht, Platz dafür hätte es sicher gegeben. Auch eine kleine Hilfestellung wann welches Artefakt nützlich sein könnte und wie es sich auf die Spielgruppe auswirken könnte, wäre interessant gewesen.

Die Beschreibung der Artefakte ist recht ausführlich, zumindest für Pathfinder, denn wird die Axt der Zwergenfürsten im Grundregelwerk noch mit 140 Wörter beschrieben, so findet sich das selbe Artefakt im Almanach der Artefakte mit 784 Wörter wieder. Die Kernbeschreibung und Zerstörung ist dabei eine Neuübersetzung, ergänzt um die Geschichte des Artefakts. Dabei sollte der Spielleiter festlegen, ob die Geschichte eines Artefaktes mittels eines Fertigkeitswurfes für Wissen bestimmbar ist, ob man zu ihr Nachforschungen anstellen kann, oder ob nur ein paar wenige sie kennen, welche man aufsuchen muss, um ihre Geheimnisse zu erfahren. Auch die Regelmechanik zu Nachforschungen wie sie in den Ausbauregeln VIII: Intrigen vorgestellt werden, wäre eine gute Wahl.

Artefakte können übrigens nicht mittels dem Zauber Identifizieren erforscht werden, was ich mir oft auch für „gewöhnliche“ magische Gegenstände wünschen würde, da oft der Nimbus eines magischen Gegenstands ziemlich schnell entzaubert wird und ich an sich nicht aus jedem besonderen magischen Gegenstand ein Artefakt machen will. Aber es gibt natürlich auch verschiedene Zauber, die bei der Identifizierung von Artefakten helfen könnten, so der Zauber Sagenkunde.

Des Weiteren sind im Buch die Folgen angeführt, sprich welche Auswirkung eine Rückkehr der zumeist verschollenen oder vergrabenen Artefakte an das Licht von Golarion haben könnte. Wenngleich ich diesen Aspekt ein wenig schlampig geschrieben finde. So wird angeführt, dass die Zwerge, sollte sich das Artefakt Axt der Zwergenfürsten in den Händen eines Nichtzwerges befinden, sie ihm diese zu entreißen versuchen, wobei jeder Träger, sofern er keinen Wunsch ausspricht, sich innerhalb von 1W4 Wochen in einen Zwerg verwandelt. Da sollte die Tatsache, dass er womöglich zunächst kein Zwerg ist, keine große Rolle spielen.

Der Almanach der Artefakte beinhaltet weit über 50 mächtige und gewöhnliche Artefakte, wobei letztere nicht absolut einzigartig sind, aber wesentlich mächtiger als gewöhnliche magische Gegenstände. Aber vor allem haben die gewöhnlichen Artefakte weniger Einfluss auf die Geschichte Golarions. Grundsätzlich ist es ein wahres Sammelsurium an den unterschiedlichsten Artefakten, sodass man für sein Abenteuer, oder seine Kampagne sicher das passende Artefakt finden wird. Allein die Geschichte und die Folgen, die sich daraus ergeben, bieten eine Menge an Ideen wie man Abenteuer um sein Artefakt basteln kann.

Der Pathfinder Almanach der Artefakte von Paizo erscheint bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung im Februar 2018 und ist als Softcover und pdf erhältlich.
75 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
weit mehr als 50 Artefakte werden ausführlich vorgestellt
die Geschichte und die Folgen bieten Abenteuerideen
Anregungen wie man Artefakte erforscht
Negatives
Nutzen-in-der-Kampagne Abschnitt wäre für alle wünschenswert
allgemeine Aspekte zu Artefakten, auch metagamische wurden vernachlässigt
die Zerstörungsmöglichkeit ist mehr Tradition als Praxisnähe

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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  1. avatar extremenaturalhealthnews sagt:

    okay danke

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