Alles kann passieren!

| 23. Juni 2019 | 0 Comments

Alles kann passieren! – Ein Polittheater von Doron Rabinovici und Florian Klenks ist eine Reise über das, was in Österreich, was in Europa bereits alles möglich ist, doch das Buch ist mittlerweile von der Realität längst überholt worden, aber es ist ein lehrreiches Buch. Es nimmt die Sprache der Populisten ernst, antwortet nicht mit Häme, sondern mit einer etwas zynischen Sachlichkeit.

Buch Cover

Alles kann passieren! – Ein Polittheater von Doron Rabinovici und Florian Klenks, Rechte bei Paul Zsolnay Verlag und Hanser

Alles kann passieren! ist im Titel eine Anspielungen auf den vielzitierten Satz des damaligen österreichischen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer, das man sich noch wundern wird, was alles möglich ist. Bei der Lektüre dieses kleinen Bandes kann man sich wirklich wundern, was so alles passieren kann.

Dennoch verliert der Band etwas, da seine Nüchternheit für sich selbst spricht. aber im Getöse der Rechtspopulisten leider zu einem kleinen Stimmchen verkommt. Die Bühnenfassung hat da stärkerer Momente, weil das visuelle noch mehr betont wird und das kollektive Atemanhalten dabei einem so richtig bewusst wird.

Sie sind angekommen an der Spitze der Staaten: Viktor Orbán in Ungarn, Matteo Salvini in Italien, Heinz-Christian Strache und Herbert Kickl in Österreich, Jaroslaw Kaczynski in Polen, etc. Sie prägen die Stimmung in ihren Ländern und treiben gemeinsam mit ihren Verbündeten die europäische Politik vor sich her.

Ihre Ziele sind die Zerstörung der Europäischen Union in ihrer derzeitigen Form, Einführung einer sogenannten illiberalen Demokratie, Einschränkung der Menschenrechte und der Medienfreiheit, Ende der Währungsunion. Im Buch, nach einer Idee von Florian Klenk, hat Doron Rabinovici aus Reden und Statements ein Mosaik zusammengestellt, welches das Wesen und die Absichten dieser Politik offen zutage treten lässt.

Florian Klenk, geboren 1973, ist Jurist und Journalist und seit 2012 Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung „Falter“. Er ist ein streitbarer Geist, der keine Diskussion scheut. Außerdem nimmt er seine Aufgabe als Journalist ein Teil der sogenannten Vierten Gewalt zu sein, die Mächtigen zu kontrollieren und Missstände aufzudecken sehr ernst.

Doron Rabinovici, geboren 1961, lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. 2013 zeichnete er sich, gemeinsam mit Matthias Hartmann (Regie) am Burgtheater für das Projekt Die letzten Zeugen verantwortlich. Er ist ein wacher Geist, der ständig gegen das Vergessen anschreibt und alles daran setzt, dass sich Österreich seiner historischen Vergangenheit bewusst bleibt.

Der Carl Hanser Verlag wurde 1928 in München-Bogenhausen von Carl Hanser gegründet und vereinte zwei ganz unterschiedliche Verlagsteile unter einem Dach, einen Literaturverlag und Fachverlag für Zeitschriften und Bücher. Seit den sechziger Jahren entstand ein ebenso aktuelles wie fundiertes Sachbuchprogramm, mit Schwerpunkt auf den Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch die Bedeutung der deutschsprachigen Literatur bei Hanser ist im Laufe der Jahre stark gewachsen.

Fotos: © Lukas Beck, © Stefan Joham / Paul Zsolnay Verlag und Hanser
Das Buch Alles kann passieren! ist seit 26. September 2016 bei Hanser als Taschenbuch und eBook verfügbar.
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein sichtbares Zeichen gegen den Rechtspopulismus
ein sehr kluges Statement zweier reger Geister
ein sehr sachliches Buch, das fast ohne Seitenhiebe auskommt
das Buch ist auch für den Laien gut nachvollziehbar
Negatives
nicht so stark wie die Bühnenversion der beiden Autoren
eine zu leise Stimme im Getöse der Rechtspopulisten

Ähnliche Artikel

Tags: , , , , , , , , ,

Category: Bücher

avatar

About the Author ()

Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.